Rich Bisaccia: Der Mann aus der zweiten Reihe

15. Okt 2021 · Lesedauer 3 min

Jon Gruden ist unter der Woche als Head Coach der Las Vegas Raiders zurückgetreten. Assistant Coach Rich Bisaccia übernimmt den Posten interimistisch. Für Bisaccia ist es in seiner fast 40-jährigen Coaching-Karriere der erste Cheftrainer-Job.

20 Saisonen lang coacht Rich Bisaccia bereits in der NFL als Special Team Coordinator, eine Chance als Head Coach blieb ihm bisher verwehrt. Nun kommt der 61-Jährige mehr oder weniger zufällig zu einem Chef-Posten. Nachdem Jon Gruden unter der Woche wegen rassistischer Mails seinen Rücktritt bekannt gab, übernimmt Bisaccia die Raiders bis Saisonende interimistisch.

Über Bucs und Cowboys zu den Raiders

Gestartet hat der gebürtige New Yorker Bissacia seine Coaching-Karriere am Wayne State College in Nebraska. Die weiteren Stationen: South Carolina, Clemson und Mississippi. Knapp 20 Jahre coachte Bissacia am College, ein Chefposten blieb ihm jedoch damals schon verwehrt.

2002 erfolgte der Wechsel in die NFL zu den Tampa Bay Buccaneers. In diesem Jahr gewannen die Bucs prompt den Super Bowl – mit Bissachia als Special Team Coordinator und Jon Gruden als Head Coach. Acht Jahre gehörte Bissachia der Buccaneers Organisation an, neben seiner Funktion als Special Team Coordinator war er außerdem Assistant Coach bzw. Running Backs Coach.

Es folgte ein kurzes Intermezzo bei den San Diego Chargers, ehe Bissachia vier Jahre bei den Dallas Cowboys verbrachte (Assistant Head Coach & Special Team Coordinator). 2018 kam es dann zur Wiedervereinigung des Erfolgs-Duos Gruden/Bissachia, damals noch bei den Oakland Raiders. 2019 zog das Team nach Las Vegas um.

Keine Playoff-Teilnahme mit Las Vegas

Sportlich blieb der Erfolg sowohl in Oakland als auch in Las Vegas aus. Coach Gruden verpasste in allen drei Saisonen seiner Amtszeit den Einzug in die Play-offs. Dennoch sollten es am Ende nicht die sportlichen Gründe sein, die das Aus des Head Coachs besiegelten.

Gegenüber "TheAthletic.com" äußert sich Bissachia zu den rassistischen Mails, die schließlich zum Rücktritt seines langjährigen Chefs Jon Gruden führten: 

"Wir müssen Verantwortung übernehmen für unsere Worte und Taten. Keine Person ist größer als das "Raiders-Shield". Die Raiders standen immer für Diversität, Inklusion und soziale Gerechtigkeit. Es ist wichtig diese Ideale zu verkörpern und sie in die Zukunft zu tragen. Wir können die Vergangenheit nicht ändern aber wir können die Zukunft verbessern."

Keine Zweifel wegen Nähe zu Gruden

Bissachia meint außerdem, dass die Umstände, die zu seiner Beförderung geführt haben, alles andere als optimal seien, dennoch spricht er von einer "unglaublichen Möglichkeit" für ihn. Dass wegen der langjährigen Beziehung zwischen Gruden und Bissachia bei den Spielern Zweifel aufkommen könnten, vereint Raiders General Manager Mike Mayock: "Er wird in unsere Umkleidekabine mehr respektiert als jeder andere Coach, den ich in meinem Leben gesehen habe."

Mayock lässt keine Zweifel an Bissachias Integrität aufkommen: "Ist er ein toller Coach? Verdammt, ja. Aber er ist ein noch besserer Mensch."  

Rich Bissachias erste Mission wird es sein Team wieder auf die Siegerstraße zurück zu bringen. Nach einem erfolgreichen Saisonstart mit Siegen über die Ravens, die Steelers und die Dolphins, gerät der Motor zuletzt ins Stocken. Gegen die Chargers und die Bears gab es für Las Vegas in den letzten beiden Wochen nichts zu holen.

Am Sonntag treffen die Raiders auswärts auf die Denver Bronocs – erstmals mit Rich Bissachia als Head Coach an der Seitenlinie.

PULS 24 überträgt ab 22:25 Uhr live.

Maximilian PatakQuelle: Redaktion / mpa