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Rapid und Hartberg holen letzte Tickets für Meistergruppe

08. März 2026 · Lesedauer 5 min

Rapid hat den Sprung in die Meistergruppe der Fußball-Bundesliga noch aus eigener Kraft geschafft. Die Hütteldorfer setzten sich am Sonntag im Schlager der 22. Runde gegen Vizemeister Red Bull Salzburg mit 1:0 durch und schlossen den Grunddurchgang noch auf Rang fünf ab. Punktgleich dahinter sicherte sich der TSV Hartberg mit einem 1:1 gegen Schlusslicht Blau-Weiß Linz das zweite offene Ticket für "oben". Grunddurchgangssieger wurde Sturm Graz dank eines 2:0 gegen Altach.

Die viertplatzierte Wiener Austria gewann bei Aufsteiger SV Ried mit 2:0, der drittplatzierte LASK bezwang den WAC mit 3:1. Die auf Rang sieben vorgestoßene WSG Tirol behielt gegen den Vorletzten GAK mit 2:0 die Oberhand. Die ersten sechs Teams sind nach 22 Runden nur durch fünf Punkte getrennt, nach der nun folgenden Punkteteilung ist damit im Rennen um den Meistertitel sowie die Europacup-Startplätze alles völlig offen. Am anderen Ende der Tabelle kam Blau-Weiß dem GAK bis auf fünf Zähler nahe, die Punkteteilung macht den Kampf um den Klassenerhalt nun noch einmal enger.

Rapid kam aufgrund der Stadion-Teilsperre vor nur 14.570 Fans gegen Salzburg zu einem schmeichelhaften Erfolg. Mit Janis Antiste fixierte den wichtigen Dreier ausgerechnet ein Spieler, der zuletzt auf dem Abstellgleis war und erstmals seit dem 0:3 beim LASK am 30. November des Vorjahres in der Startelf aufschien. Der Offensivspieler gab sein Comeback, weil offenbar die Kaufverpflichtung ab einer gewissen Anzahl von Einsätzen in Gesprächen mit Sassuolo wegverhandelt werden konnte.

Der entscheidende Treffer fiel in der 38. Minute mit einem von Tim Drexler abgefälschten Abschluss ins lange Eck nach Vorlage von Tobias Gulliksen. Der Norweger war in der 22. Minute für den verletzten Daniel Nunoo gekommen. Der Ausgleichstreffer von Karim Konate in der 93. Minute wurde vom VAR wegen Abseits zurecht aberkannt. Deshalb gelang Rapid die Revanche für das 1:2 im Herbst. Vor allem mangelnde Effizienz sorgte dafür, dass die Salzburger nach dem Out im Cup-Halbfinale gegen Altach den nächsten herben Dämpfer kassierten. Unter Neo-Trainer Daniel Beichler haben sie von vier Pflichtspielen nur das erste gewinnen können.

Hartberg reichte Remis

Die Hartberger machten den Sack genauso aus eigener Kraft zu und spielen wie auch schon 2020 und 2024 im "oberen Play-off" mit. Das Spiel begann für die Heimischen dank eines Blackouts von David Riegler perfekt. Der Verteidiger wollte nach gut 30 Sekunden zu Nico Mantl zurückpassen, schoss den Ball aber völlig unbedrängt am verdutzten Torhüter vorbei ins eigene Tor. Der erste Linzer Vorstoß führte zum Ausgleich, ein Schuss von David Bumberger wurde von Kapitän Jürgen Heil abgefälscht (11.). Die Elf von Manfred Schmid setzte auch die Erfolgsserie fort und hat von den jüngsten 14 Ligaspielen nur eines verloren.

Zu Ende ging hingegen der Höhenflug der Altacher, wenige Tage nach dem erstmaligen Einzug ins Cup-Finale. Vor 15.007 Zuschauern brachte Jacob Peter Hödl (58.) Sturm mit einem platzierten Schuss auf die Siegerstraße. In der Schlussphase sorgte "Joker" Belmin Beganovic (84.) mit einem sehenswerten Distanzschuss in Überzahl für die Entscheidung. Zuvor hatte SCRA-Verteidiger Benedikt Zech die Gelb-Rote Karte (77.) gesehen. Für die Altacher, die als Tabellenachter in die Qualifikationsgruppe gehen, war es unter Trainer Ognjen Zaric die erste Niederlage im siebenten Pflichtspiel.

Sturm als Leader in Meistergruppe

Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch jubelte nicht nur über einen Sieg gegen seinen Ex-Club, der ihm zu Beginn seiner Amtszeit im Cup-Viertelfinale nach der Verlängerung noch verwehrt geblieben war, sondern auch über den Sprung an die Tabellenspitze. Aus den jüngsten drei Partien holte sein Team sieben Punkte, die Marschroute Richtung erfolgreiche Titelverteidigung stimmt. Der Vorsprung könnte allerdings kaum geringer sein.

Der LASK meldete sich nach drei Partien ohne Sieg mit einem Erfolg gegen den WAC zurück. Samuel Adeniran (36.), Kasper Jörgensen (69.) und Maximilian Entrup (93.) sorgten für verdienten Jubel in Schwarz-Weiß. Die Linzer, die auch höher hätten gewinnen können, revanchierten sich zudem für die 0:1-Niederlage im ersten Saisonduell, bei dem noch der aktuelle LASK-Erfolgscoach Dietmar Kühbauer an der Seitenlinie der Wölfe gestanden war. Die Kärntner, für die nur Dominik Baumgartner (42.) traf, gingen erstmals nach fünf Partien gegen den LASK nicht als Sieger vom Platz und sind schon acht Pflichtpartien ohne "Dreier".

Austria vorne voll dabei

Voll im Meisterrennen blieb auch die viertplatzierte Austria. Abubakr Barry (56.) und Aleksandar Dragovic (73.) trafen im Innviertel erst in der zweiten Halbzeit. Der Abwehrchef war via Kopfball erfolgreich und traf damit im zweiten Spiel in Folge. Ried blieb hingegen im fünften Spiel in Folge sieglos. Statt "oben" mitzuspielen, wird sich die Mannschaft von Maximilian Senft nun wieder vermehrt mit dem Kampf gegen den Abstieg beschäftigen müssen.

Bei der Austria hatten Fans bei der Anreise für Aufregung gesorgt. Sie machten Station beim Wohnort von Investor Jürgen Werner. Offenbar wurden Flugblätter verteilt und laut Videoaufnahmen ein Spruchband gegen den ehemaligen Sportvorstand gezeigt. Der Club distanzierte sich in einer Stellungnahme von der Aktion und verurteilte diese "aufs Schärfste". Präsident Kurt Gollowitzer sagte: "Wir werden alle notwendigen Maßnahmen einleiten, um sicherzustellen, dass sich derartige Vorfälle nicht wiederholen. Mit dieser Aktion wurde eine klare Grenze überschritten." Er entschuldigte sich im Namen der Austria bei Werner und dessen Familie.

WSG Tirol ungefährdet

Die WSG Tirol machte den nächsten Schritt in Richtung Klassenerhalt. Der Erfolg gegen die Grazer war ungefährdet. Im "Grande Finale" brachte David Kubatta (10.) die Tiroler früh in Führung. Kurz vor der Pause schwächte sich der GAK mit einer Tätlichkeit von Martin Kreuzriegler (42.) selbst. Nur wenige Augenblicke in Überzahl traf Ademola Ola-Adebomi (43.) zum vorentscheidenden 2:0. Trotz des ersten Bundesliga-Sieges gegen den GAK müssen die Tiroler weiter auf den ersten Meistergruppen-Einzug seit 2020/21 warten. Der gesperrte GAK-Trainer Ferdinand Feldhofer musste die Partie von der Tribüne aus verfolgen.

Zusammenfassung
  • Rapid sichert sich mit einem 1:0-Heimsieg gegen Salzburg das letzte Ticket für die Meistergruppe der Bundesliga.
  • Hartberg zieht durch ein 1:1 gegen Blau-Weiß Linz ebenfalls in die Meistergruppe ein, während Sturm Graz mit einem 2:0 gegen Altach den Grunddurchgang als Erster abschließt.
  • Nach 22 Runden trennen die ersten sechs Teams nur fünf Punkte, die bevorstehende Punkteteilung macht das Rennen um Meistertitel und Europacup-Plätze völlig offen.
  • Austria Wien bleibt mit einem 2:0-Auswärtssieg bei Ried weiter im Titelrennen, während LASK mit einem 3:1 gegen den WAC eine Negativserie beendet.
  • Am Tabellenende verkürzt Blau-Weiß Linz den Abstand auf den GAK auf fünf Punkte, wodurch der Kampf um den Klassenerhalt durch die Punkteteilung weiter verschärft wird.