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Nadal schreibt mit 14. French-Open-Titel Geschichte

05. Juni 2022 · Lesedauer 3 min

Rafael Nadal hat im Stade Roland Garros am Sonntag schon wieder Sportgeschichte geschrieben. Der seit Freitag 36-jährige Spanier besiegte im Endspiel der French Open den Norweger Casper Ruud, der erstmals in einem Major-Endspiel stand.

Nach 2:18 Stunden mit 6:3,6:3,6:0 kürte sich Nadal zum unglaublichen 14. Mal zum Sieger des größten Sandplatz-Turniers der Welt. Er baute damit auch den Rekord in der Ewigen-Bestenliste auf 22 Major-Siege aus.

Selbst große Schmerzen konnten Nadal nicht stoppen

Nadal hatte schon bei den Australian Open in Melbourne nach einer rund halbjährigen Verletzungspause ein sensationelles Comeback gefeiert und dort völlig unerwartet seinen 21. Major-Titel geholt. Sein dann neuerlich verstärkt aufgetretenes Müller-Weiss-Syndrom (Deformation des Mittelfußknochens im linken Fuß) hatte Nadal vor Paris so große Schmerzen verursacht, dass ein neuerlicher Titel in Roland Garros ein Ding der Unmöglichkeit schien. Weshalb er sogar seinen eigenen Arzt in die Seine-Stadt mitnahm. Doch in Paris scheint für Nadal nichts unmöglich.

Kampf-Wille statt Rücktritts-Ankündigung

 "Es ist sehr schwer zu beschreiben, wie ich mich fühle. Es ist etwas, dass ich nie geglaubt hätte, mit 36 wieder konkurrenzfähig zu sein, auf dem wichtigsten Court meiner Karriere und noch einmal ein Finale zu spielen", sagte ein überwältigter Nadal zum mit viel Prominenz gespickten Publikum. "Danke euch allen hier in Paris. Es war unglaublich, hier zu spielen." Die von manchen befürchtete Rücktrittsankündigung oder Nicht-Wiederkehr nach Paris kam aber nicht. "Ich weiß nicht, was in der Zukunft passieren wird. Aber ich werde alles geben, um weitermachen zu können", sagte Nadal unter donnerndem Applaus der Fans. Nadal bedankte sich auch bei seinem Team und seiner Familie. "Ohne euch hätte ich schon aufgegeben."

Nadal hat im Gegensatz zur Ein- und Ausreise-Posse von Melbourne diesmal auch nicht von der Abwesenheit von Novak Djokovic profitiert. Auf dem Weg zum Triumph schaltete der Spanier den Serben und Titelverteidiger im Viertelfinal-Hit in vier umkämpften Sätzen aus und hatte davor mit Felix Auger-Aliassime (CAN-9) einen weiteren Top-Ten-Spieler in fünf Sätzen niedergerungen. Im Semifinale war nicht er es, sondern der Weltranglisten-Dritte Alexander Zverev (GER), der wegen einer Verletzung aufgeben musste. Ruud war der vierte Top-Ten-Spieler in Nadals schwieriger Auslosung.

Nadal erhält als Lohn für seine Mühen weitere 2,2 Millionen Euro und stockt sein Karriere-Preisgeld auf mehr als 130 Millionen US-Dollar auf. Doch all das Geld spielt keine Rolle mehr für Nadal, der seinem Ruf als vielleicht größter Kämpfer überhaupt im Sport mehr als gerecht geworden ist.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam