APA - Austria Presse Agentur

Pinturault Adelboden-Sieger - Leitinger Elfter

08. Jan 2021 · Lesedauer 3 min

Mit zweimal Laufbestzeit hat sich der Franzose Alexis Pinturault am Freitag den Sieg im Weltcup-Riesentorlauf in Adelboden gesichert. Der Führende im Gesamtweltcup setzte sich 1,04 Sekunden vor dem Kroaten Filip Zubcic und 1,11 vor dem Schweizer Marco Odermatt durch. Bester Österreicher war Roland Leitinger auf Platz elf (+3,02), Marco Schwarz wurde 14. (+3,50). Am Samstag steht ein weiterer Riesentorlauf, der bereits letzte vor der WM im Februar in Cortina, auf dem Programm.

Für Pinturault war es der 32. Weltcupsieg. Er baute seine Führung im Gesamtweltcup aus, hat nun 60 Zähler Vorsprung auf Titelverteidiger Aleksander Aamodt Kilde. Der Norweger egalisierte als Vierter sein bisher bestes Riesentorlauf-Ergebnis im Weltcup. "Ich hatte zwei sehr starke Läufe und bin in Superform", beschrieb Pinturault das Offensichtliche. In der Disziplinwertung gehen ihm nur zehn Punkte auf den führenden Odermatt ab.

Leitingers Aufholjagd ging mit der zweitbesten Laufzeit von Platz 28 auf 11, vor einem Jahr war er mit Laufbestzeit von 27 auf 6 gefahren. "Das war eine wilde Gurkerei im ersten Durchgang, das ist mir unglaublich auf den Keks gegangen. Mit sehr, sehr viel Wut im Bauch habe ich dann alles riskiert und nochmals einiges rausgeholt", sagte der Salzburger, der als Erkenntnis gewann, dass er es zu kompliziert mache. "Du musst die volle Attacke reiten und dem wie ein Boxkämpfer entgegengehen. Im ersten habe ich zurückgezogen und bin herumgerutscht, das funktioniert nicht."

Er wolle das gleich am Samstag nun auch im ersten Lauf umsetzen. "Nach so einem ersten Durchgang ist das jetzt ein gutes Ergebnis, aber alles in allem zu wenig." Schwarz steigerte sich als Halbzeit-24. um zehn Ränge, auch er kann es im zweiten Bewerb gleich von Beginn an besser machen. "Der zweite Durchgang war um einiges besser. Ich habe ein bisserl was umgestellt, das hat gut funktioniert. Morgen kann ich mit mehr Selbstvertrauen reinfahren, ich versuche es gleich im ersten. Die um den Sieg mitfahren, riskieren ihr letztes Hemd. Das muss man machen, damit man ganz vorne mitfahren kann."

Im finalen Durchgang nicht ins Ziel kam Raphael Haaser, der bei seinem Debüt in Adelboden zur Halbzeit als 18. und überraschend bester Österreicher gewesen war. "Ich habe vor der Einfahrt zum Zielhang über die Welle zu wenig Richtung gemacht, dann hat es mich zum Tor gerissen, da hab ich eh nichts mehr machen können. Ich habe gezeigt, dass das Skifahren passt, dass die Form passt, darauf kann man aufbauen."

Stefan Brennsteiner, zuletzt Achter in Alta Badia, verpasste als 42. die Finalteilnahme und muss auf Samstag (10.30/13.30 Uhr, live ORF 1) hoffen. "Es ist total in die Hose gegangen. Ich habe einen Riesenbock geschossen", wusste er. Eine Erklärung, weshalb er seine Trainingsleistungen nicht im Rennen umsetzen kann, hat Brennsteiner nicht. "Die Lockerheit im Kopf wäre mir eigentlich auch nicht abgegangen." Im zweiten Rennen wolle er "mit einer Freude angreifen", mit zwei guten Läufen sei ein Platz unter den ersten zehn drinnen.

Ebenfalls im Finale nicht mit dabei waren - bei seinem Weltcupdebüt - Christian Borgnaes (40.) und Adrian Pertl (41.), sowie Manuel Feller und Magnus Walch, die ausschieden. Überhaupt nicht am Start war wegen Rückenproblemen Vorjahressieger Zan Kranjec aus Slowenien.

Für das norwegische Team gab es zwei Hiobsbotschaften. Sölden-Sieger Lucas Braathen, der mit der siebentbesten Zeit ins Ziel gestürzt war, erlitt eine Seitenbandverletzung im linken Knie, muss operiert werden und fallt laut Norwegens Teamarzt Marc Strauss damit für die restliche Saison aus. Bei seinem Teamkollegen Atle Lie McGrath wurde bei einer Untersuchung im Spital eine Bänderdehnung in Knie diagnostiziert, die eine mehrwöchige Pause nötig macht. Damit wird die WM in Cortina ohne ihn ablaufen.

Quelle: Agenturen