APA - Austria Presse Agentur

ÖSV-Team springt bei Tournee-Generalprobe hinterher

20. Dez 2020 · Lesedauer 2 min

Österreichs Skispringer haben die Generalprobe für die Vierschanzentournee ohne Spitzenplatz absolviert. Michael Hayböck war im zweiten Engelberg-Springen als Zwölfter bester Österreicher, der an sich formstarke Daniel Huber fiel mit einem verpatzten zweiten Sprung vom vierten auf den 13. Platz zurück. Halvor Egner Granerud reist als Weltcup-Dominator zum ersten Tournee-Bewerb nach Oberstdorf (29. Dezember). Der Norweger feierte am Sonntag den fünften Sieg in Folge.

Graneruds erster Herausforderer ist der Tageszweite und Gesamtweltcup-Zweite Markus Eisenbichler. Der Deutsche hatte in Abwesenheit von Skiflug-Weltmeister Karl Geiger, der sich nach einem positiven Corona-Test zuhause in Quarantäne befindet, auch am Vortag mit Platz vier überzeugt. Piotr Zyla komplettierte im malerischen Engelberg das Podest.

Die Groß-Titlis-Schanze wurde ihrem Ruf als "Österreicher-Schanze" am Sonntag nicht gerecht. Gregor Schlierenzauer gilt nach Rang 24 unverändert als Tournee-Wackelkandidat, Philipp Aschenwald und Thomas Lackner verpassten überhaupt das Finale der Top 30. Mit Manuel Fettner (26.) sprang noch ein vierter ÖSV-Athlet in die Punkteränge. Stefan Kraft fehlte in der Schweiz weiter angeschlagen.

Cheftrainer Andreas Widhölzl analysierte nach zwei 12. Plätzen durch Huber und Hayböck ein "ein bisschen verkrampftes Wochenende". Huber habe nach dem guten ersten Durchgang am Sonntag im Finale "überpaced. Er wollte unbedingt auf das Stockerl und dann ist es eher in die Hose gegangen. Schade, das hätte uns als Team sehr gut getan." Widhölzl hoffte auf Erkenntnisgewinn. "Ich hoffe, sie nehmen mit, dass sie es nicht zu perfekt machen müssen. Denn sie haben gut trainiert und die Form ist eigentlich okay."

Das bewies im ersten Durchgang vor allem Huber, der es nach sieben Einzel-Bewerben in dieser Saison als einziger ÖSV-Springer als Zweiter und Dritter aufs Podest geschafft hat. Mit nur 3,2 Punkten Rückstand auf den führenden Zyla nach dem ersten Durchgang wäre am Sonntag eine weitere Top-Platzierung möglich gewesen. Doch der 27-Jährige wollte es im Finale bei Rückenwind "noch einmal besonders genau" machen, wie er erklärte: "Vielleicht ein bisschen überpaced. Ich hatte nicht mehr die Freiheit im letzten Sprung."

Auch Huber meinte, dass es für große Weiten keine besonderen Aktionen braucht. Er will die nächsten Sprünge "ein bisschen mehr passieren lassen", denn: "Ich merke, dass ich in einer guten Form bin, dass ich mit den Besten mitspringen kann." Zunächst freute er sich nach den Wettkämpfen und seiner Corona-Quarantäne zuvor, die Weihnachtstage nun mit seiner Familie zu verbringen, um dann "vollmotiviert nach Oberstdorf" zum Tournee-Auftakt anzureisen.

Der Skiflug-WM-Vierte Hayböck wollte nach den Rängen 16 und 12 nicht negativ bilanzieren. "Insgesamt habe ich mich stabilisiert, ich bin knapp dran an den Top Ten." Er wolle die Zeit bis zur Tournee zum Krafttanken und für Schanzensprünge nutzen. "Ich merke schon, dass die Coronavirus-Zeit Substanz gekostet hat", sagte der Oberösterreicher.

Quelle: Agenturen