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NFL: Drei Tops und Flops des ersten Saisondrittels

23. Okt. 2022 · Lesedauer 6 min

Makellose Eagles, sensationelle Giants und strauchelnde Veteranen-Quarterbacks: PULS 24 präsentiert drei Tops und drei Flops des ersten Saisondrittels der NFL.

Sechs von 18 Wochen in der Regular Season der NFL 2022 sind absolviert. Nach einem Drittel des Grunddurchgangs gibt es nur eine Mannschaft, die bisher ungeschlagen ist. Alle 32 Teams konnten zudem bereits mindestens einen Saisonsieg feiern. Die NFL ist so ausgeglichen wie nie zuvor. PULS 24 zieht eine erste Zwischenbilanz und präsentiert die Tops und Flops des ersten Saisondrittels.

Top #1

Philadelphia Eagles (6-0)

Bei der bereits erwähnten einzigen ungeschlagenen Franchise nach Week 6 handelt es sich nicht etwa um Topfavorit Buffalo oder den Super Bowl Champion, die LA Rams. Auch Patrick Mahomes Chiefs sowie die Bucs oder die Packers haben bereits Niederlagen kassiert.

Es sind die Philadelphia Eagles, die nach einem Drittel der Regular Season von der Spitze der Liga lachen. Und das völlig überraschend. Jalen Hurts, der sein zweites Jahr als Starter bestreitet, und sein Team gehörten in der Vorsaison bei weitem nicht zu den Topteams. Nur knapp schafften die Eagels den Sprung in die Playoffs, wo man in der Wild Card Round gegen die Bucs chancenlos war. In der Pre-Season kassierte man eine Klatsche gegen die Dolphins (10:48) und eine Niederlage gegen die Jets.

Doch seit dem ebenso knappen wie spektakulären 38:35-Auftakterfolg gegen die Detroit Lions läuft es für den Super Bowl Champion von 2017. Die Eagles agieren defensiv sehr kompakt, überzeugen mit gutem Laufspiel und haben auch bewiesen, dass sie enge Spiele für sich entscheiden können. Zugegebenermaßen: Die ganz großen Kaliber warten noch auf den NFC East Tabellenführer, die Siege gegen die Vikings (24:7) oder die Cowboys (24:17) dürfen jedoch durchaus als Kampfansage an die Konkurrenz verstanden werden.

Flop #1

Denver Broncos (2-4)

AFP

Die Ankunft von Russell Wilson ließ Broncos-Fans von alten Zeiten träumen. Nach dem Karriereende von Peyton Manning in Folge des Gewinns von Super Bowl 50 (2016) gelang Denver kein einziger Playoff-Einzug mehr. Ab dieser Saison sollte alles anders werden.

Doch so groß die Erwartungen an Wilson und Co. waren, desto größer ist nach sechs Wochen die Ernüchterung. Der achtfache Pro Bowler ist nach seinem Wechsel aus Seattle nur mehr ein Schatten seiner selbst. Nach sechs Spielen steht er bei fünf Touchdowns, drei Interceptions, einer Completion Rate von 58,6 Prozent und einem Passer-Rating von 83,4. Und das obwohl Wilson in der Off-Season einen Vertrag über fünf Jahre unterschrieben hat, der ihm 245 Millionen US-Dollar einbringt. Zu allem Überdruss verletzte sich Wilson in Week 6 gegen die Chargers auch noch und wird seiner Mannschaft zumindest beim Heimspiel gegen die Jets fehlen.

Inwieweit das momentan eine Schwächung darstellt, sei dahingestellt. 91 Punkte haben die Broncos bisher erzielt. Für mehr als die Hälfte davon (47) ist Kicker Brandon McManus verantwortlich. Wilson muss sich scharfe Kritik von Ex-Kollegen und Experten gefallen lassen. Sein Spruch: "Broncos Country. Lets ride." ist mittlerweile zum Meme geworden. Die Playoffs in weite Ferne gerückt. Zumal der Spielplan auch nicht unbedingt für Denver spricht. In Woche 14-18 trifft man zweimal auf die Kansas City Chiefs, die Baltimore Ravens, die Arizona Cardinals und die LA Rams.

Top #2

New York Giants (5-1)

Wo kommen denn die auf einmal her? Das denken sich viele NFL-Fans mit dem Blick auf die bisherige Saison der New York Giants, die bei 5-1 stehen. Die Giants galten in der jüngeren Vergangenheit als chronisch erfolgslose Franchise. Seit dem Super Bowl Sieg 2011 ging nicht mehr viel zusammen. Lediglich eine Playoff-Teilnahme (2016) steht danach noch zu Buche.

Für die aktuelle Saison war nicht wirklich viel Besserung in Sicht, blieben doch große Verstärkungen beim Team von Sandro Platzgummer, der den Sprung in den Kader heuer wieder verfehlte, in der Off-Season aus. Doch Neo-Head Coach Brian Daboll drehte offenbar an den richtigen Schrauben. Nach den knappen Auftakterfolgen gegen die Titans (21:20) und die Panthers (19:16) kassierte man zwar eine Niederlage gegen die Cowboys (16:23), danach setzten die New Yorker allerdings zum Siegeszug an. Vor allem die Erfolge über die Packers im London Game und die Ravens gelten als dickes Ausrufezeichen.

Einen großen Teil ihres Erfolgs verdanken die Giants Running Back Saquon Barkley (zweitbester Rusher der Liga), der nach seiner Verletzung wieder voll da ist, und ihrer extrem starken Defense. Der Spielplan kommt "Big Blue" ebenfalls entgegen. Unter anderem trifft man noch zwei Mal auf die Commanders, die Lions, die Jaguars und die Texans. Vieles spricht aktuell dafür, dass man sich am Big Apple nach Jahren der Tristesse wieder auf Playoff-Football einstellen darf.

Flop #2

Green Bay Packers (3-3)

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Seit 2005 steht Quarterback-Legende Aaron Rodgers bei den Packers unter Vertrag. 

Um jene Playoffs zittern aktuell die Green Bay Packers. Dieser Fakt ist im Grunde genommen bereits Erklärung genug, warum die Packers nach sechs Spieltagen ganz klar als Flop einzustufen sind. Dreimal in Folge stand der Rekordmeister zuletzt mindestens in der Divisional Round. Zweimal in Folge wurde Aaron Rodgers zum MVP der Liga gewählt.

Heuer ist er davon meilenweit entfernt. Die Chemie mit seinen Receivern scheint überhaupt nicht zu passen. Davante Adams fehlt an allen Ecken und Enden. Doch auch Rodgers selbst zeigt schwankende Leistungen und ist in allen relevanten Quarterback-Statistiken nur im Mittelfeld zu finden.

Besonders bitter ist die deutliche 7:23-Pleite gegen Dauerrivale Minnesota. Vor allem offensiv hackt es bei den Packers. Zuletzt kassierte man zwei Niederlagen gegen die Giants und die Jets. Zwar ist Rodgers der Turnaround immer zuzutrauen, doch viele Niederlagen darf sich Green Bay wohl nicht mehr erlauben. Aktuell fehlen in der NFC North bereits zwei Siege auf Leader Minnesota.

Top #3

Minnesota Vikings (5-1)

Womit wir auch schon bei der nächsten positiven Erscheinung der bisherigen Spielzeit wären. Die Minnesota Vikings und Kirk Cousins sind drauf und dran nach zwei Jahren ohne Playoff-Football wieder in die Post-Season einzuziehen.

Nach dem bereits angesprochenen prestigeträchtigen Auftaktsieg über die Packers setzte es zwar eine recht deutliche Pleite gegen die Eagles, doch danach feierten die "Vikes" vier Siege in Folge (Lions, Saints, Bears, Dolphins).

Neben einem stark verbesserten Kirk Cousins sticht Receiver Justin Jefferson hervor, der zu den Top-Passempfängern der Liga gehört. Auch Running Back Dalvin Cook weist starke Zahlen auf. Die Offense ist das Prunkstück der Franchise. Bei jedem der fünf Siege scorte Minnesota mehr als 20 Punkte.

Flop #3

Las Vegas Raiders (1-4)

Nach einer Chaos-Saison samt Head Coach-Wechsel und zahlreichen Skandalen abseits des Platzes sollte 2022 die Saison der Las Vegas Raiders werden. Dafür überließ man nichts dem Zufall. In einem Blockbuster-Trade wurde Davante Adams mit seinem alten College-Kollegen (Fresno State, Kalifornien) Derek Carr wiedervereinigt.

Doch die Rechnung geht nach fünf Spieltagen noch nicht so richtig auf. Carr agiert wie in der Vorsaison oftmals zwischen Genie und Wahnsinn und auch Adams ist noch nicht auf seinem Top-Niveau aus Green Bay-Zeiten angekommen. Zudem gilt die Defense als großes Sorgenkind: In den ersten fünf Spielen ließ man im Schnitt 26 Punkte zu.

Zur Verteidigung der Raiders muss man sagen, dass das Auftaktprogramm mit den Chargers, den Cardinals, den Titans, den Broncos und den Chiefs komplexer kaum sein hätte können, dennoch muss man von einer Mannschaft, die um den Super Bowl spielen will mehr erwarten als vier Niederlagen aus den ersten fünf Spielen.

Würstler Spezial: Die Tops und Flops der bisherigen NFL-Saison

Der Weekly Würstler ist mit einer Spezialausgabe zurück! Nach dem ersten Drittel der NFL-Saison 2022 ziehen unsere Kommentatoren Walter und Michi ein erstes Fazit. Die Beiden analysieren die Tops und Flops und blicken auf kuriose bzw. spektakuläre Plays der ersten sechs Wochen zurück. Außerdem wagen Walter und Michi einen Blick in den Kürbis und geben ihre Prognosen für die nächsten sechs Spieltage ab.

Maximilian PatakQuelle: Redaktion