Cincinnati hofft in Super Bowl auf seine drei Wunderknaben

10. Feb. 2022 · Lesedauer 3 min

Sie haben die NFL im Sturm erobert: Ein Quarterback in seiner erst zweiten Saison und sein Lieblings-Passempfänger aus dem College. Am Sonntag bzw. Montag 00.30 Uhr MEZ (live PULS 24 & PULS 4) wollen Joe Burrow und Ja'Marr Chase den Cincinnati Bengals ihren ersten Super-Bowl-Titel bescheren - auch wenn das Überraschungsteam als klarer Außenseiter ins Endspiel gegen die Los Angeles Rams geht.

Die Rams haben im SoFi Stadium nicht nur den Heimvorteil auf ihrer Seite, sie verfügen mit ihrem teuren Starensemble auch über die weitaus größere Erfahrung. Aber Burrow und Chase haben in dieser Saison bereits einiges auf den Kopf gestellt. Burrow übertraf den Clubrekord für Touchdown-Pässe und Pass-Yards, Chase markierte mehrere NFL-Rekorde für Liga-Neulinge.

Das Duo hatte bereits für die Louisiana State University (LSU) zusammengespielt, holte 2019/20 die in den USA viel beachtete nationale College-Meisterschaft. Burrow gewann die "Heisman Trophy" als bester College-Spieler und wurde im NFL-Draft als Nummer eins ausgewählt. Triumphiert der 25-Jährige am Sonntag auch in der Super Bowl, wäre er der erste Spieler der Geschichte, der diese vier Auszeichnungen bzw. Trophäen vereint.

Märchenhaftes Comeback 

"Joey B." ist ein Phänomen. Im November 2020 zog sich die Quarterback-Hoffnung einen Kreuzbandriss zu, im Jahr darauf führte er die Bengals zu ihrer besten Saison seit mehr als 30 Jahren. Burrow ist in Ohio aufgewachsen, ist in Cincinnati also so etwas wie ein Lokalheld. Die Super Bowl wird erst sein 30. NFL-Spiel von Beginn an.

Joe Burrow im Interview vor Super Bowl LVI

Auf seine Nebenleute kann er sich allerdings verlassen - allen voran Chase. Der Ausnahmeathlet ist Burrow mit einem Jahr Verspätung in die NFL gefolgt. Die Bengals investierten den fünften Draftpick in den Receiver, obwohl sie auf anderen Positionen deutlich dringenderen Bedarf hatten. Das Risiko sollte sich auszahlen. Burrow war ein wichtiger Fürsprecher für seinen alten und neuen Anspielpartner. "Ich habe allen gesagt, dass es nicht daneben gehen wird." Tat es nicht, der 21-Jährige schlug voll ein.

Ein Kicker im Rampenlicht 

Und dann wäre da noch ein anderer Rookie. "Money Mac" nennen sie ihn. Kicker sind im US-Football üblicherweise nicht die großen Stars, sie haben einen Job zu erledigen. Bei Evan McPherson ist das anders. Der 22-Jährige beeindruckte auf Anhieb mit seinem selbstbewussten Auftreten. Zwölf von zwölf Field Goals hat McPherson in den Play-offs bereits verwertet. Gelingen ihm gegen die Rams zwei weitere, hätte er den NFL-Rekord von Adam Vinatieri (14 in der Saison 2006/07) eingestellt.

Gegen die topgesetzten Tennessee Titans und die hoch favorisierten Kansas City Chiefs versenkte McPherson jeweils unter höchstem Druck siegbringende Versuche. "Ich kenne unser Team. Wenn wir es nicht schaffen, Punkte zu erzielen, dann werden wir definitiv von überall auf dem Feld ein Field Goal versuchen", kündigte der Youngster bereits einmal vollmundig an. "Dieser Mann ist einfach unglaublich", sagte Burrow über seinen Kicker.

Cincinnatis Quarterback weiß um die schwere Aufgabe, die vor ihm liegt. Die Star-Verteidiger der Rams um Aaron Donald und Von Miller, wahrscheinlich die besten ihrer Zunft, werden Jagd auf ihn machen - ein ganzes Spiel lang. Dennoch ist Burrow guter Dinge, der Erfolgsgeschichte noch ein letztes entscheidendes Kapitel hinzufügen zu können. "Ich habe diese Außenseiter-Geschichte satt", meinte er im Jänner. "Wir sind ein wirklich gutes Football-Team." Das können die Bengals am Sonntag auf der größten aller Bühnen beweisen.

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Quelle: Agenturen / mpa