APA - Austria Presse Agentur

Nach Warm-Jahrzehnt schuften ÖVV-Herren nun unter Gacic

10. Juni 2020 · Lesedauer 3 min

Österreichs aktuelle Volleyball-Nationalspieler haben bisher fast ausnahmslos unter keinem anderen Teamchef als Michael Warm trainiert. Die zehnjährige Ära ist nun offiziell zu Ende, am Mittwoch hat Radovan Gacic das Ruder so richtig übernommen. Der Slowene wurde als Nachfolger Warms schon im Februar bestellt, corona-bedingt musste in den ersten Monaten aber online gearbeitet werden.

Österreichs aktuelle Volleyball-Nationalspieler haben bisher fast ausnahmslos unter keinem anderen Teamchef als Michael Warm trainiert. Die zehnjährige Ära ist nun offiziell zu Ende, am Mittwoch hat Radovan Gacic das Ruder so richtig übernommen. Der Slowene wurde als Nachfolger Warms schon im Februar bestellt, corona-bedingt musste in den ersten Monaten aber online gearbeitet werden.

13 Spieler des unter Warm im September in Belgien aufgetretenen EM-Kaders bestreiten im Trainingszentrum Steinbrunn im Burgenland bis 30. Juni ihr erstes Camp unter Gacic, nur der nach dem kontinentalen Titelkampf vom Team zurückgetretene Thomas Zass fehlte. Dazu kommen weitere 13 Spieler aus der zweiten und dritten Reihe. Der neue Chefcoach möchte sich gleich zu Beginn ein Bild von der Kaderbreite machen.

Zum Auftakt wurden am Dienstag Corona-Tests genommen. Zu den Schutz-Maßnahmen vor Corona gehören auch das Führen eines Gesundheitstagebuchs, zweimal täglich Fiebermessen sowie die Unterkunft in Einzelzimmern. Trainiert wird in Kleingruppen mit Abstand, da es für ein weitergehendes, vom nationalen Verband (ÖVV) Mitte Mai eingebrachtes Konzept noch kein Grünes Licht gibt. Bis Montag sollte es kommen.

Die Corona-Pause hat Gacic den Plan genommen, die Teamkandidaten im In- und Ausland in der heißen Play-off-Phase der Meisterschaften intensiv zu beobachten. "Ich kenne die Spieler daher noch nicht so persönlich", sagte der 45-Jährige im Gespräch mit der APA. "Die ersten drei Wochen mit den Spielern - rund drei Monate nach den bisher letzten Club-Trainings - hätten daher spezielle Bedeutung.

"Die Idee ist, den Körper in Bewegung zu bringen, die alten Gefühle zurückzubringen", führte Gacic aus. "Wir werden viel an der Fitness arbeiten, und dann natürlich auch an der Grundtechnik mit dem Ball." Der Coach glaubt, die Spieler im Juni wieder auf ein Niveau bringen zu können, wonach es dann schon ins Taktische gehen könnte. "Ich glaube, wir können in der Zeit soweit kommen, dass wir wissen, was jeder Spieler machen kann."

Die Situation in seiner Heimat ist eine etwas andere, so hat er das von ihm betreute Club-Damen-Team von Branik Maribor schon wieder seit 8. Mai trainiert. Nun hat dort sein Co-Trainer übernommen. "Wir fangen nicht bei Null an, sondern bei Minus", verdeutlichte Gacic, wie viel Aufholbedarf im ÖVV-Team aktuell nach der langen Pause besteht.

Die wichtige EM-Qualifikation beginnt allerdings - zumindest nach derzeitigem Stand - bereits Mitte August. In einer Dreier-Gruppe mit Bulgarien und Israel gilt es, die EM 2021 als Gruppensieger oder einer der fünf besten Zweiten aus sieben Pools zu erreichen. Die Konkurrenz würde innerhalb von drei Wochen mit Hin- und Rückspielen abgewickelt werden. Der Europäische Verband (CEV) entscheidet bis Anfang Juli, ob das so bleibt.

Eine Alternative scheint eine Verschiebung in den Jänner zu sein, und vor allem eine Änderung auf Turnierform. "Wahrscheinlich wären es zwei Turniere mit je zwei Spielen für jede Mannschaft", erklärte ÖVV-Sportdirektor Gottfried Rath. Verstärkt scheint eine Turnierform für das ÖVV-Damen-Team ein Thema, da es im Vierer-Pool gegen Spanien, Griechenland und Norwegen geht. Die ÖVV-Damen trainieren ab 22. Juni ebenso in Steinbrunn.

Quelle: Agenturen