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Videobotschaft

Van der Bellen zum Ukraine-Krieg: "Das muss enden"

Heute, 09:48 · Lesedauer 3 min

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat am vierten Jahrestag des "ungerechtfertigten russischen Angriffskriegs" auf die Ukraine zu Frieden aufgerufen und Kiew die Unterstützung Österreichs versichert.

Es seien "vier Jahre unvorstellbarer Zerstörung, Verlust von Menschenleben und Leiden" sowie vier Jahre außergewöhnlichen Widerstands gegen einen "unerbittlichen Abnützungskrieg". "Das muss enden", betonte das Staatsoberhaupt in einer Videobotschaft.

Österreich werde "weiterhin an der Seite der Ukraine stehen" und Russland aufrufen, ernsthafte Verhandlungen zu beginnen, die zu einem "würdevollen und nachhaltigen Frieden" führen, ergänzte Van der Bellen in der Botschaft, die auf Online-Plattformen veröffentlicht wurde. 

Es gehe um einen Frieden, "der den Weg zu einer freien, prosperierenden und sicheren Zukunft der Ukraine in Europa ebnet".

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"Gemeinsame Verantwortung, die Ukraine zu unterstützen"

Sehr ähnlich äußerte sich Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) zum Jahrestag. "Heute beginnt das fünfte Jahr des ungerechtfertigten Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine und ihr Volk", betonte sie in einer Online-Videobotschaft. 

"Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, die Ukraine zu unterstützen, bis Russland diese brutalen Angriffe, diesen ungerechtfertigten Krieg und dieses schreckliche Töten endlich beendet." Europa müsse mit am Verhandlungstisch sitzen, forderte die Außenministerin.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) verwies in einer Stellungnahme in Sozialen Netzwerken darauf, dass sich die Welt durch die russische Invasion in die Ukraine verändert habe. 

"Sicher scheinende Gewissheiten gelten nicht mehr, der Krieg ist nach Europa zurückgekehrt." Die europäischen Staaten - auch Österreich - hätten lernen müssen, "dass es Frieden, Sicherheit und Demokratie nicht geschenkt gibt. Man muss verteidigen und schützen können, was einem wichtig ist", betonte Tanner.

Kickl sieht EU "politisch und moralisch mitschuldig" am Krieg

FPÖ-Parteiobmann Herbert Kickl nutzte den Jahrestag, um die EU zu kritisieren. "Vier Jahre Krieg in der Ukraine sind vier Jahre sinnloses Sterben, unermessliches Leid und fürchterliche Zerstörung", betonte Kickl am Dienstag in einer Aussendung. 

"Politisch und moralisch mitschuldig daran hat sich die EU gemacht." Anstatt alle Kraft in Friedensbemühungen zu investieren, hätten "die EU-Eliten sich mit immer schwereren Waffenlieferungen, Sanktionspaketen und aggressiven Wortmeldungen bei den lautesten Kriegsschreiern" eingereiht. 

"Von der großen Gründungsidee der EU, Friedensprojekt sein zu wollen, ist nichts mehr übrig."

Zusammenfassung
  • Außenministerin Meinl-Reisinger betonte zum Beginn des fünften Kriegsjahres die gemeinsame Verantwortung Europas, die Ukraine zu unterstützen, bis Russland den Angriff beendet, und forderte, dass Europa an Friedensverhandlungen beteiligt wird.
  • FPÖ-Chef Kickl kritisierte die EU scharf und bezeichnete sie als 'politisch und moralisch mitschuldig', da sie durch Waffenlieferungen, Sanktionen und aggressive Wortmeldungen von ihrer Friedensidee abgerückt sei.