APA - Austria Presse Agentur

Konrad nach 10. Giro-Etappe bereits Sechster, Sagan siegt

13. Okt 2020 · Lesedauer 2 min

Im Corona-Chaos des 103. Giro d'Italia hat Patrick Konrad weiter Boden gut gemacht und sich auf Platz sechs nach vorne gearbeitet. Der für Bora fahrende Niederösterreicher belegte am Dienstag auf der zehnten Etappe Platz sieben, 23 Sekunden hinter Tagessieger und Teamkollege Peter Sagan. Der Slowake setzte sich nach 177 Kilometern von Lanciano nach Tortoreto nach langer Flucht als Ausreißer vor Brandon McNulty (USA) und dem Gesamtführenden Joao Almeida (POR) durch.

Es war der erste Sieg des Bora-Kapitäns seit dem 10. Juli 2019 und der erste beim Giro überhaupt. Zuvor hatte sich Sagan bei der diesjährigen Italien-Rundfahrt auf drei Tagesabschnitten jeweils mit dem zweiten Platz begnügen müssen. In der Gesamtwertung führt weiterhin Almeida mit 34 Sekunden Vorsprung vor dem Niederländer Wilco Kelderman (Sunweb). Konrad liegt 1:14 Minuten hinter Sagan auf Rang sechs. Mit Hermann Pernsteiner (Bahrain-McLaren), der am Dienstag zeitgleich mit Konrad das Ziel erreichte, findet sich ein weiterer Österreicher als Zehnter (+1:52) im Spitzenfeld.

Rund vier Stunden vor Sagans 114. Profisieg bekam der Giro mit voller Wucht schon nach dem ersten Ruhetag zu spüren, was der Tour de France in drei Wochen erspart geblieben war: Zwei Topfahrer und zwei Teams beendeten kurz vor dem Start der zehnten Etappe wegen positiver Corona-Fälle die Rundfahrt. Wie die Veranstalter mitteilten, wurden insgesamt zwei Fahrer und sechs weitere Personen positiv auf das Coronavirus getestet.

Die zwei positiv getesteten Radprofis sind durchaus klangvolle Namen. So mussten der auf Platz elf der Gesamtwertung gelegene Niederländer Steven Kruijswijk, im Vorjahr Dritter der Tour de France, sowie der Australier Michael Matthews, der bereits mehrere Etappen bei allen drei großen Landesrundfahrten gewinnen konnte, den Giro vorzeitig beenden. Dies teilten Kruijswijks Team Jumbo-Visma und Matthews' Sunweb-Rennstall mit. Die niederländische Jumbo-Visma-Equipe kündigte kurze Zeit später den kompletten Giro-Rückzug an.

Zuvor hatte bereits das australische Mitchelton-Scott-Team verkündet, die Mannschaft wegen vier positiv getesteter Team-Mitglieder aus dem Rennen zu nehmen. Schon am Samstag hatte der britische Teamkapitän und Mitfavorit Simon Yates die Rundfahrt wegen eines positiven Tests beenden müssen.

Trotz der Corona-Fälle hält Giro-Direktor Mauro Vegni einen Abbruch des Rennens vorerst nicht für nötig. "Ich glaube nicht, dass das Risiko besteht, das Rennen zu stoppen. Wir haben bereits 1.500 Tests durchgeführt, ein Team war besonders betroffen, beim Rest war es nur eine Person pro Team", sagte er vor dem Etappenstart. "Das Wichtigste ist jetzt, Mailand zu erreichen." In der norditalienischen Stadt endet der Giro am 25. Oktober.

Quelle: Agenturen