APA - Austria Presse Agentur

Johannes Lamparter - Durch Gold schon einer der Großen

04. März 2021 · Lesedauer 3 min

Österreichs Wintersport scheint wieder einen ganz Großen zu haben. Mit 19 Jahren stürmte Johannes Lamparter am Donnerstag nicht einmal drei Wochen nach Gewinn von Junioren-WM-Gold zum WM-Titel in der Nordischen Kombination. Ein Titel-Double dieser Art hatte es davor erst einmal gegeben, der Norweger Trond Einar Elden hatte 1989 in Lahti gar vor seinem 19. Geburtstag triumphiert. Lamparter wurde am 8. November 19 Jahre alt, sein erster Sieg in der Elite war gleich Gold wert.

Für ÖSV-Chefcoach Christoph Eugen reiht sich Lamparter mit seinem Triumph nahtlos in die Riege großer österreichischer Kombinierer ein. "Man kann ihn in eine Kategorie einordnen von einem Klaus Sulzenbacher, Felix Gottwald, Mario Stecher, Bernhard Gruber - das sind die großen Leistungsträger in Österreich. Genial, dass jetzt wieder so ein Stern aufgegangen ist." Gruber war vor wenigen Tagen zurückgetreten, als bis Donnerstag einziger österreichischer Einzel-Weltmeister in der Kombination.

Dass Lamparter ihm schon bei seinen ersten Weltmeisterschaften nachfolgen könnte, das war dem Tiroler erst so richtig bei Rennende klar. "Realisiert habe ich es erst, als ich auf die Zielgerade eingebogen bin. Wenn man dann über die Ziellinie fährt als Weltmeister ist das natürlich unglaublich", sagte der neue Champion. Erst vor zwei Saisonen war Lamparter in den Weltcup eingestiegen, keine zwei Monate später erstmals in den Top Ten und im ersten Saison-Rennen 2020/21 erstmals auf dem Podest.

Der Rumer war als Kind durch seinen Cousin zum Skispringen gekommen, der damals in Absam vermittelnde Coach war Andreas Felder. Lamparter blieb dabei und nahm bald den Langlauf dazu. Die Schnellkraft des Springens und die für den Langlauf nötige Ausdauer gibt für ihn der Kombination genau die Würze. "Die Kombination aus beiden ist der Reiz", sagt der Familienmensch. Und in Windeseile bestätigte Lamparter, dass er diesen Mix der Anforderungen hervorragend auf einen Nenner bringt.

Ende Jänner 2019 holte er sich mit nur 17 Jahren in Lahti im Einzel seinen ersten Junioren-WM-Titel, zudem Silber im Sprint und Bronze mit dem Team. Im Vorjahr ließ er auf Junioren-WM-Ebene Einzel-Silber und Gold mit dem Team folgen, heuer schließlich erneut in Lahti der totale Triumph. Nummer eins auf der Schanze und in der Loipe und damit natürlich auch im Ziel. "Mir war wichtig, dass ich meine Junioren-Karriere gut abschließe", stellte Lamparter nach seinem erneuten Nachwuchs-Gold klar.

Den Teambewerb danach ließ er freilich aus, da ab da der Fokus schon auf Oberstdorf lag. "Das hat ihm definitiv geholfen", stellte Eugen auf Nachfrage der APA - Austria Presse Agentur klar. "Genau diese Erfahrung, die er hier gebraucht hat, hat er heuer gesammelt. Denn als Favorit (nach Lahti, Anm.) hinzufahren - und jeder hat erwartet, dass er gewinnt -, ist sicherlich nicht so ohne gewesen. Genau das hat er nun aber schon einmal Wochen davor durchgelebt, und genau das hat ihm heute geholfen."

Lamparter wird außer im ÖSV-Team von Patrick Murnig betreut. Der Systemische Coach hat mit seiner Agentur JumpandReach auch schon andere österreichische Spitzensportler wie Stefan Kraft, Michael Hayböck, Mario Seidl und Chiara Hölzl mitgeformt. Murnig bescheinte Lamparter in einem Interview Begeisterungsfähigkeit, Ehrgeiz und die Fähigkeit, bei Dingen, die ihm nicht so wichtig erscheinen, lockerlassen zu können. Das bringe Lamparter die so wichtige Balance.

Der neue Weltmeister findet seinen Ausgleich in der Familie, aber auch in vielen sozialen Aktivitäten in seinem engsten heimatlichen Umfeld. Die Musik und das Schuhplatteln haben einen wichtigen Teil seiner Jugend eingenommen, auch beim Faschingsbrauch der Rumer Muller macht er mit. Sein zweites sportliches Steckenpferd war das Gewichtheben, da brachte es Lamparter bis zum U17-Vize-Staatsmeister. Seine Schwester Anna vertritt die Familie weiterhin in diesem Metier.

Quelle: Agenturen