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Zahl der Toten bei Großangriff auf Kiew auf 23 gestiegen

Heute, 05:38 · Lesedauer 2 min

Bei dem schweren, russischen Luftangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht auf Donnerstag sind nach neuesten Behördenangaben mindestens 23 Menschen gestorben. Acht Menschen wurden noch vermisst. Die Rettungskräfte suchten in der Nacht auf Freitag weiter nach verschütteten Menschen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte unterdessen laut seiner offiziellen Internetseite von den europäischen Verbündeten konkrete Sicherheitsgarantien für sein Land.

Bei dem schweren russischen Angriff seien zudem 53 Menschen verletzt worden, teilte Selenskyj am Freitag mit. "Russland versteht nur Stärke und jetzt wird Stärke gebraucht", fügte Selenskyj hinzu. Die ukrainische Regierung rief für Freitag einen Tag der Trauer für die Opfer aus.

Bei einer Videoschaltung Selenskyjs mit dem polnischen Präsidenten Karol Nawrocki und den Staats- und Regierungschefs von Estland, Lettland, Litauen und Dänemark am Donnerstag sagte der ukrainische Präsident demnach, es brauche klare Antworten darauf, wer der Ukraine nach einem Waffenstillstand oder Friedensschluss bei einem erneuten russischen Angriff "zu Lande, in der Luft und zur See" helfen werde. Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gehe es aber weiterhin nur darum, den Krieg fortzusetzen. Die Sicherheitsgarantien für die Ukraine, denen US-Präsident Donald Trump zugestimmt habe, würden seit einer Woche diskutiert. Es sei wichtig, dass Trump die gemeinsame Entschlossenheit Europas sehe, den Krieg zu beenden.

Auch in der Nacht auf Freitag setzten die russischen Streitkräfte ihre tödlichen Angriffe auf die Ukraine fort. In der zentralukrainischen Region Dnipropetrowsk wurden ukrainischen Angaben zufolge zwei Menschen getötet. Es handle sich bei den Opfern um einen Mann und eine Frau, erklärte der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Serhij Lysak, im Onlinedienst Telegram. Drei weitere Menschen seien verletzt worden, ein Mann befinde sich in einem "ernsten Zustand".

Kiew hatte am Dienstag erstmals das Vordringen russischer Truppen in die Region Dnipropetrowsk eingeräumt. Die russische Armee hatte bereits im Juli verkündet, in die Region vorgerückt zu sein. Seither meldete die Armee immer wieder die Einnahme einzelner Ortschaften. Moskau hat in der Region bisher jedoch keine Gebietsansprüche als Bedingung für eine Beendigung des Krieges erhoben.

Russland fing mehr als 50 ukrainische Drohnen ab

Die russischen Streitkräfte fingen nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht auf Freitag 54 ukrainische Drohnen ab und zerstörten sie.

Zusammenfassung
  • Bei einem schweren russischen Luftangriff auf Kiew wurden mindestens 23 Menschen getötet, acht weitere werden noch vermisst und 53 Personen erlitten Verletzungen.
  • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert von den europäischen Verbündeten konkrete Sicherheitsgarantien und betont, dass Russland nur auf Stärke reagiere.
  • Auch in der Region Dnipropetrowsk gab es in der Nacht auf Freitag zwei Tote und drei Verletzte durch russische Angriffe, während russische Streitkräfte nach eigenen Angaben 54 ukrainische Drohnen abfingen.