Eingang der Verbotenen Stadt in Peking (Archivbild)APA/AFP/NICOLAS ASFOURI

Corona-Tests für Reisende aus China - Peking entrüstet

03. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Das Regime meint, Corona-Tests nach Ankünften aus der Volksrepublik in Europa seien ohne wissenschaftliche Grundlage. Zugleich droht man mit "Gegenmaßnahmen".

Peking hat die Einführung einer Corona-Testpflicht für China-Reisende in mehreren EU-Ländern und einer Reihe anderer Staaten scharf kritisiert und mit "Gegenmaßnahmen" gedroht. Einige Länder hätten "Einreisebeschränkungen erlassen, die sich nur gegen chinesische Reisende richten", sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking am Dienstag. Dies entbehre "einer wissenschaftlichen Grundlage", einige Praktiken seien "inakzeptabel".

"Die Maßnahmen sollten normale Reisen nicht beeinträchtigen", sagte Außenministeriumssprecherin Mao Ning am Dienstag in Peking. Chinesische Behörden hätten "zeitgerecht, offen und transparent" Informationen über die jüngste Ausbreitung des Virus in China mit dem Ausland geteilt.

"Diskriminierende" Testpflicht

Die Sprecherin reagierte auf die Test-Pflicht für Reisende aus China, die einige Länder aus Angst vor möglichen neuen Virusvarianten eingeführt haben. Experten sähen dafür keine Notwendigkeit, weil Varianten überall in der Welt entstehen könnten, sagte Mao Ning. Die Reaktionen sollten "wissenschaftsbasiert und angemessen" sein. "Niemand sollte die Gelegenheit ergreifen, um politische Manipulationen oder diskriminierende Reaktionen vorzunehmen." Seit 2020 hatte China selbst scharfe Einreisebeschränkungen verhängt, kaum Visa vergeben und bis Dezember noch eine Quarantäne verlangt.

Konkret hatten in der EU die Staaten Frankreich, Italien und Spanien verpflichtende Corona-Tests für Passagiere in Flugzeugen aus China (und damit nicht ausschließlich für chinesische Staatsbürger) angekündigt. Auch Großbritannien führt eine solche Testpflicht ab dem 5. Jänner ein. In den USA werden Ankommende aus China ebenfalls getestet. In Österreich sieht man im Gesundheitsministerium, das von Johannes Rauch (Grüne) geführt wird, aber keinen Handlungsbedarf.

Mega-Welle in China

China erlebt derzeit den weltweit höchsten Anstieg an Corona-Infektionen, die Krankenhäuser sind vielerorts überfüllt. Peking war Anfang Dezember in einer radikalen Kehrtwende von seiner strengen Null-Covid-Politik abgerückt. Seither wurden die Corona-Restriktionen deutlich gelockert.

Die EU-Staaten wollen am Mittwoch über eine gemeinsame Strategie beraten. China könnte "auf der Grundlage des Prinzips der Gegenseitigkeit Gegenmaßnahmen ergreifen", erklärte die Sprecherin des Außenministeriums am Dienstag mit Blick auf bereits beschlossene Einschränkungen.

Quelle: Agenturen / Redaktion / kap