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Selenskyj: Russland hilft bei iranischem Atomprogramm mit

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vermutet eine russische Mithilfe am Atomprogramm des Iran als Teil der Bezahlung für iranische Drohnen.

Das sagte Selenskyj am Montag in einer Videobotschaft für eine Konferenz der israelischen Zeitung "Haaretz". Der ukrainische Präsident bat Israel erneut um die Lieferung von Waffen, um gerade die Gefahr durch russische Luftangriffe mit iranischen Kampfdrohnen auszuschließen.

Iranische Drohnen für Russland

"Ich habe eine Frage an Sie: Wie, glauben Sie, bezahlt Russland den Iran? Ist Iran nur an Geld interessiert? Vielleicht geht es gar nicht um Geld, sondern um russische Hilfe für das iranische Atomprogramm", sagte Selenskyj. Moskau und Teheran dementieren ein Rüstungsgeschäft. Es gibt indes Belege dafür, dass die Drohnen, die Russland zuletzt zu Hunderten gegen die Ukraine eingesetzt hat, aus dem Iran stammen oder iranischer Bauart sind. Beim Einsatz der Drohnen werde die russische Armee von Iranern angeleitet, sagte Selenskyj.

Israel hätte Ukraine früher Waffen liefern sollen

Es hätte nicht zu dieser Allianz und den russischen Angriffen kommen müssen, wenn Israel sich schon 2014 entschieden hätte, der Ukraine Waffen zur Verfügung zu stellen, sagte Selenskyj. "Dieses Bündnis hätte schlicht nicht existiert, wenn eure Politiker damals eine Entscheidung getroffen hätten", sagte Selenskyj bei der Konferenz. Anscheinend habe die israelische Regierung "vor langer Zeit, im Jahr 2014", beschlossen, "dem Kreml nicht auf die Nerven zu gehen, der Ukraine nicht wirklich zu helfen".

Kiew hatte Israel in den vergangenen Monaten mehrfach um Unterstützung gegen die russische Invasion gebeten. 2014 hatte Russland nach einem sogenannten Referendum die ukrainische Halbinsel Krim annektiert. Im selben Jahr besetzten pro-russische Separatisten Gebiete im ukrainischen Teil der Donbass-Region.

"Widerlicher Lärm iranischer Drohnen"

Mit Blick auf die aktuelle Lage in seinem Land sagte Selenskyj, der "widerliche Lärm iranischer Drohnen" sei "Nacht für Nacht in unserem Himmel zu hören". Unter Berufung auf den ukrainischen Geheimdienst sprach er von "rund 2000" Drohnen vom Typ Shahed, die Moskau von Teheran bestellt habe. Zunächst blieb unklar, ob die von Selenskyj genannte Zahl sich auf neue oder vergangene Käufe bezog. Iranische Vertreter hätten russische Kräfte an den Drohnen ausgebildet, ergänzte der ukrainische Präsident. Mit dem "Luftterror" wolle Russland seine "Verluste am Boden kompensieren".

Selenskyj äußerte sich wenige Tage vor den am 1. November geplanten israelischen Parlamentswahlen. Früher am Montag hatte der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz seinem ukrainischen Kollegen Oleksij Resnikow mitgeteilt, dass Israel keine "Waffensysteme" an die Ukraine liefern werde. Am Wochenende hatte Moskau Israel vor Waffenlieferungen an Kiew gewarnt.

ribbon Zusammenfassung
  • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vermutet eine russische Mithilfe am Atomprogramm des Iran als Teil der Bezahlung für iranische Drohnen.
  • Das sagte Selenskyj am Montag in einer Videobotschaft für eine Konferenz der israelischen Zeitung "Haaretz".
  • Der ukrainische Präsident bat Israel erneut um die Lieferung von Waffen, um gerade die Gefahr durch russische Luftangriffe mit iranischen Kampfdrohnen auszuschließen.

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