APA/GEORG HOCHMUTH

Vorzugsstimmen: Grüne Watsche für Schilling in Wien

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Nach der EU-Wahl sind die Vorzugsstimmen der Parteien in Wien ausgezählt. Für Schilling zeichnet sich eine interne Niederlage ab. Im Vorzugsstimmen-Ranking nimmt die Listenerste nur den zweiten Platz ein - mit deutlichem Abstand.

Wer nach der EU-Wahl einen Platz im Europäischen Parlament erhält - darauf können auch Vorzugsstimmen Einfluss nehmen. Nach den Vorwürfen gegen Spitzenkandidatin Lena Schilling wurde deshalb bereits vor der EU-Wahl darüber spekuliert, wie viel Einfluss die Vorzugsstimmen bei den Grünen haben werden.

Waitz mit 24.618 Stimmen klar auf Platz 1

Während das vorläufige Vorzugsstimmen-Ergebnis für ganz Österreich erst am 12. Juni erwartet wird, sind die Ergebnisse aus Wien bereits bekannt. Darin lässt sich eine grüne Watsche für Schilling herauslesen.

Listenzweiter und Co-Vorsitzender der Europäischen Grünen, Thomas Waitz, erhielt nämlich in Wien 24.618 Vorzugsstimmen und ist damit klar vor Schilling, die von den grünen Wähler:innen 13.648 Vorzugsstimmen erhielt.

Bei den restlichen Parteien erhielten die Spitzenkandidaten die meisten Vorzugsstimmen:

  • ÖVP: Reinhold Lopatka mit 9.056 Vorzugsstimmen
  • SPÖ: Andreas Schieder mit 19.638 Vorzugsstimmen
  • FPÖ: Harald Vilimsky mit 15.097 Vorzugsstimmen
  • NEOS: Helmut Brandstätter mit 13.163 Vorzugsstimmen
  • KPÖ: Günther Hopfgartner mit 2.503 Vorzugsstimmen
  • DNA: Maria Hubmer-Mogg mit 2.366 Vorzugsstimmen

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In Salzburg und Oberösterreich zeichnet sich ein ähnlicher Trend ab - auch dort bekam Waitz mehr Vorzugsstimmen als Schilling. 

Waitz steht als Delegationsleiter zur Verfügung

Wenn er sehr viele Vorzugsstimmen erhalten sollte, stehe er "selbstverständlich" als Delegationsleiter zur Verfügung, sagte Waitz vor der Wahl. Einen Vorzugsstimmenwahlkampf führen und Schillings Glaubwürdigkeit anzweifeln wollte er aber nicht.

Geregelt ist das Prozedere um Vorzugsstimmen in der Europawahlordnung. Anders als bei anderen Wahlen gibt es bei der EU-Wahl lediglich einen Wahlkreis. Somit können Wähler:innen auch nur eine Vorzugsstimme vergeben.

Die Vorzugsstimme gilt nicht, wenn mehrere Kandidat:innen genannt werden oder der genannte Kandidat einer anderen Partei als der angekreuzten angehört.

Anschließend gibt es eine Grenze von fünf Prozent der auf eine Partei entfallenden Stimmen. Erhält ein Kandidat diese Menge an Vorzugsstimmen, wird er auf Platz eins gereiht. Überspringen die Vorzugsstimmen mehrerer Personen diese Hürde, richtet sich die Reihung nach der Anzahl der jeweiligen Vorzugsstimmen.

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ribbon Zusammenfassung
  • Wer nach der EU-Wahl einen Platz im Europäischen Parlament erhält - darauf können auch Vorzugsstimmen Einfluss nehmen.
  • Während das vorläufige Vorzugsstimmen-Ergebnis für ganz Österreich erst am 12. Juni erwartet wird, sind die Ergebnisse aus Wien bereits bekannt. Darin lässt sich eine grüne Watsche für Schilling rauslesen.
  • Listenzweiter und Co-Vorsitzender der Europäischen Grünen Thomas Waitz erhielt nämlich in Wien 24.618 Vorzugsstimmen und ist damit klar vor Schilling, die von den grünen Wähler:innen 13.648 Vorzugsstimmen erhielt.
  • Wenn er sehr viele Vorzugsstimmen erhalten sollte, stehe er "selbstverständlich" als Delegationsleiter zur Verfügung, sagte Waitz vor der Wahl.
  • Einen Vorzugsstimmenwahlkamp führen und Schillings Glaubwürdigkeit anzweifeln will er aber nicht.