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Vorzugsstimmen: Waitz zieht an Schilling vorbei

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Nach der herben Niederlage für Lena Schilling im Vorzugsstimmen-Duell gegen Thomas Waitz in Wien zeichnet sich auch in weiteren Bundesländern derselbe Trend an. Waitz könnte vor der Spitzenkandidatin landen. Parteichef Kogler will sich allerdings nicht festlegen.

Bei den Grünen könnte der Listenzweite Thomas Waitz Spitzenkandidatin Lena Schilling bei den Vorzugsstimmen übertrumpfen. Das geht zumindest aus ersten Resultaten - die vorläufigen Ergebnisse in Wien, Salzburg und Oberösterreich sind bereits veröffentlicht - hervor. In Wien liegt er auch insgesamt auf dem ersten Platz. Waitz konnte 24.618 Vorzugsstimmen lukrieren.

Doch auch Schilling konnte offenbar mobilisieren, sie kam auf 13.648 Nennungen. Das reicht für den vierten Platz in Wien. Im Wahlkampf war ausführlich etwa über private Streitigkeiten der jungen Kandidatin diskutiert worden.

Auf dem zweiten Platz in Wien liegt SPÖ-Spitzenkandidat Andreas Schieder. Er erhielt laut vorläufigem Ergebnis 19.638 Vorzugsstimmen. Damit kam er vor dem FPÖ-Listenersten Harald Vilimsky zu liegen, der mit 15.097 Vorzugsstimmen ausgewiesen wurde.

Vilimsky "gewinnt" Salzburg, Waitz vor Schilling

In Salzburg war Vilimsky "Vorzugsstimmen-Kaiser". Mit 4.158 Vorzugsstimmen heimste er laut vorläufigem Ergebnis aus allen 119 Gemeinden landesweit die meisten Nennungen ein, das waren genau zwei Drittel aller 6.244 FPÖ-Vorzugsstimmen.

Bei den Grünen lag der Listenzweite Thomas Waitz so wie in Wien auch in Salzburg mit 3.277 Nennungen deutlich vor der Listenersten Lena Schilling, die es auf 2.065 Vorzugsstimmen brachte.

Die zweitmeisten Stimmen im Land an der Salzach holte ÖVP-Frontmann Reinhold Lopatka mit 3.552 Nennungen, Platz 3 geht an Waitz. Mit 2.438 Vorzugsstimmen folgt auf Platz 4 SPÖ-Spitzenkandidat Andreas Schieder, gefolgt vom NEOS-Listenersten Helmut Brandstätter mit 2.156 Nennungen. Schilling landete auf Rang 6.

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Waitz auch in Oberösterreich vor Schilling

Auch in Oberösterreich hat bei den Grünen die Nummer Zwei, Thomas Waitz, Spitzenkandidatin Lena Schilling den Rang abgelaufen. In allen fünf Wahlkreisen landete der steirische Bio-Bauer und EU-Parlamentarier vor der Klimaaktivistin. Insgesamt hieß das in Vorzugsstimmen 9.494 zu 6.260 für Waitz.

Kogler weicht Frage aus

 

Parteichef Werner Kogler legte sich am Montag in dieser Frage nicht fest, machte im Ö1-"Mittagsjournal" aber einmal mehr klar, dass er zur Spitzenkandidatenentscheidung der Grünen stehe.

Die Entscheidung für Schilling sei eine "sehr gute, und wenn sie so wollen, die richtige Wahl" gewesen. Es gehe darum, dass sich die Grünen als Spitze von Bewegungen berufen sehen und sich als Bündnispartei aufgestellt hätten. Mit Schilling im Bereich Klimaschutz habe man hier genau die richtige gefunden, und es funktioniere "hervorragend".

Meiste Vorzugsstimmen in Oberösterreich für Winzig

Angela Winzig, die einen Vorzugsstimmenwahlkampf mit Oberösterreich-Bezug geführt hatte, fuhr das stärkste Vorzugsstimmenergebnis bei den Schwarzen und überhaupt im Bundesland ein: Sie kam auf 34.324 Vorzugsstimmen, gefolgt von Alexander Bernhuber mit 5.493 und dem bundesweiten Spitzenkandidaten Reinhold Lopatka mit 5.007 Nennungen. Der niederösterreichische Bauernbündler Bernhuber hatte 2019 über Vorzugsstimmen den Sprung ins EU-Parlament geschafft.

FPÖ-Spitzenkandidat Vilimsky sammelte in allen oberösterreichischen Wahlkreisen am meisten Vorzugsstimmen bei den Blauen, insgesamt 14.963, Nummer zwei war der oberösterreichische Europa-Abgeordnete Roman Haider mit 5.258 Vorzugsstimmen.

Bei der SPÖ hat der Oberösterreich-Kandidat Hannes Heide in seinem Wahlkreis Traunviertel Spitzenkandidat Andreas Schieder überholt. Heide erhielt 2.710 Vorzugsstimmen, Schieder 1.836. Insgesamt bekam Heide in Oberösterreich 5.723 Vorzugsstimmen, Schieder schaffte 9.865.

Brandstätter klare Nummer 1 in Oberösterreich

Bei den NEOS ist Helmut Brandstätter mit 6.593 Vorzugsstimmen in Oberösterreich klar die Nummer eins. Anna Strügkh erhielt 732 Stimmen und der oberösterreichische Kandidat Rainer Hable 703.

Die Zahlen ergeben sich auf Basis der Auszählung vom Wahlsonntag. Jene Briefwahlkarten, die noch ausgewertet werden, werden erst noch eingerechnet. In einigen Bundesländern werden zuvor laut aktuellem Stand keine Vorzugsstimmenresultate publiziert. In Tirol etwa wird am morgigen Dienstag damit gerechnet, in Vorarlberg erst am Donnerstag.

ribbon Zusammenfassung
  • Nach der herben Niederlage für Lena Schilling im Vorzugsstimmen-Duell gegen Thomas Waitz in Wien zeichnet sich auch in weiteren Bundesländern derselbe Trend an.
  • Waitz könnte vor der Spitzenkandidatin landen.
  • Denn auch in Salzburg und Oberösterreich sammelte er mehr Vorzugsstimmen als Schilling.