Vorarlberger Wirtschaftsbund lässt sich von externer Firma prüfen

22. Apr. 2022 · Lesedauer 2 min

Der Vorarlberger Wirtschaftsbund wird sich - wie von Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) angekündigt - von einer externen Unternehmensgesellschaft prüfen lassen.

Das hat der interimistische Obmann Karlheinz Rüdisser am Freitagabend bekannt gegeben. Unter die Lupe genommen wird der Zeitraum von 2016 bis 2020. "Die Vorkommnisse der vergangenen Tage machen diesen Schritt notwendig. Es braucht eine schonungslose Aufklärung", sagte Rüdisser am Abend. Um eine größtmögliche Objektivität und Unabhängigkeit der Prüfer zu gewährleisten, werde man eine Gesellschaft außerhalb Vorarlbergs engagieren. Man führe bereits Gespräche, die Auswahl einer renommierten Kanzlei soll in den kommenden Tagen erfolgen, so Rüdisser.

Es gelte insbesondere die Organisationsabläufe im Geschäftsbetrieb kritisch zu durchleuchten. Ebenso sollen die Ergebnisse der Steuerprüfung berücksichtigt werden. "Ziel sind nicht nur die Revision und das Aufzeigen von strukturellen Schwächen im laufenden Betrieb, sondern auch klare Handlungsempfehlungen für die zukünftige Neuorganisation samt Compliance-Richtlinien", stellte Rüdisser fest.

Wallner selbst soll im Inserate geworben haben

Einem Bericht der "Vorarlberger Nachrichten" in ihrer Freitagausgabe zufolge soll Wallner bei einem Betriebsbesuch selbst um Inserate geworben und dafür politisches Entgegenkommen versprochen haben. Nach der Publikation des Artikels gab es in der Landespolitik kein Halten mehr, auch wenn sich Wallner vehement verteidigte. "Ich bin doch kein Inseratenkeiler", stellte der ÖVP-Landeschef das ihm unterstellte Verhalten in Abrede. Es handle sich um eine "glatte Lüge".

Die Vorarlberger Opposition forderte nichtsdestotrotz unisono Wallners Abgang als Landeshauptmann. Ein Verbleib sei "in Wahrheit nicht mehr vorstellbar", so FPÖ-Landesobmann Christof Bitschi. Auch die SPÖ-Abgeordnete Manuela Auer hielt Wallner für "nicht mehr tragbar", ein Rücktritt sei "unumgänglich". Die NEOS verlangten den Rücktritt von Wirtschaftslandesrat Marco Tittler (ÖVP), die Bundes-FPÖ den von Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP). Die Vorarlberger Grünen hingegen wollen dem Koalitionspartner ÖVP vorerst die Treue halten.

Quelle: Agenturen / Redaktion / koa