"Von Bill Gates bezahlt": Ex-Grünen-Chefin wettert auf Corona-Demo gegen Impfung

16. Jan. 2022 · Lesedauer 2 min

Die frühere Grünen-Chefin und frühere Beamtin im Ministerium von Wolfgang Mückstein (Grüne) Madeleine Petrovic hat auf der Corona-Demo am Samstag in einer Rede gegen die Impfpflicht gehalten.

Eine Rednerin bei der Demo gegen die Impfpflicht am Samstag in Wien stach nicht nur politisch besonders heraus: Madeleine Petrovic, von 1994 bis 1996 Bundessprecherin der Grünen und von 2002 bis 2015 Landessprecherin der Grünen NÖ, wetterte auf offener Bühne gegen die Impfung.

Besonders heikel: Sie ist war noch im vergangenen Jahr als Tierschutzexpertin im Ministerium für Gesundheit, Soziales und Tierschutz von Wolfgang Mückstein (Grüne) tätig. Dorthin war sie von dessen Amtsvorgänger Rudolf Anschober geholt worden. Wie das Ministerium aber gegenüber PULS 24 klarstellte, ist Petrovic seit Juni 2021 pensioniert und damit nicht mehr im Ministerium tätig.

In ihrer Rede sprach Petrovic davon, dass Vertrauen nur unter den Demoteilnehmern und nicht gegenüber der Regierung bestehe. Denn: "Hier steht niemand, der von der Bill und Melinda Gates Stiftung bezahlt wird" oder von Pfizer bezahlt sei - offenbar im Gegensatz zur Regierung, den Behörden und wohl auch ihrem früheren Arbeitgeber, wie sie andeutete.

Dabei bezieht sich Petrovic auf bei Impfgegnern gängige Verschwörungstheorien, denen zufolge die Corona-Pandemie nur eine Täuschung von Milliardär Bill Gates und Pharmaunternehmen sei. Diese Verschwörungstheorie lässt sich freilich mit einem Blick in Krankenhäuser weltweit leicht entkräften.

"Eigene Meinung gebildet"

Sie habe viele Fragen zur Impfung gehabt und sich eine eigene Meinung über die Impfung gebildet, sagte sie weiter. Dass diese nicht helfe oder mehr schade als helfe, behauptete sie bereits in einer Stellungnahme, die sich zum Gesetzesentwurf für die Impfpflicht einbrachte.

Mit medizinischem Wissen konnte die promovierte Juristin allerdings nicht glänzen, obwohl sie sich bei ihrer Rede auf ihre frühere Tätigkeit im Gesundheitsausschuss berief. Anstatt einer Impfung benötige es eine "individuelle Medizin" und ein absolutes Vertrauensverhältnis zwischen Ärzten und Patienten, schlug sie vor.

Bereits vergangenen November machte Petrovic als Impfgegnerin auf sich aufmerksam. Damals schickte sie eine Grußbotschaft an eine Veranstaltung der Impfgegner-Partei MFG. Die niederösterreichischen Grünen hatten damals kein Problem mit den Verbindungen ihrer ehemaligen Landesobfrau zur MFG.

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Anmerkung: In einer ersten Version des Artikel hieß es, dass Madeleine Petrovic aktuell noch im Ministerium für Gesundheit, Soziales und Tierschutz tätig sei. Sie ist allerdings seit Juni 2021 pensioniert.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos