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US-Debatte über weitere Iran-Strategie nach Angriffen

Heute, 21:13 · Lesedauer 3 min

In den USA ist eine Debatte über die Iran-Strategie der US-Regierung für die Zeit nach den Angriffen entbrannt. "Es gibt keine einfache Antwort darauf, was als Nächstes kommen wird", sagte etwa der republikanische Senator Tom Cotton am Sonntag in der CBS-Sendung "Face the Nation". Der Republikaner Lindsey Graham schloss sich der Forderung von US-Präsident Donald Trump an, das iranische Volk solle selbst entscheiden, wer die Regierung künftig führe.

Er halte nichts davon, dass man Verantwortung dafür übernehmen müsse, was man kaputt gemacht habe, sagte Graham dem Sender NBC. "Das hier ist nicht der Irak. Das hier ist nicht Deutschland. Das hier ist nicht Japan. Wir werden das Volk von einem terroristischen Regime befreien."

Cotton sagte auf die Frage, ob die USA einen Anführer der iranischen Opposition identifiziert hätten, hinter dem sich das Volk versammeln könnte: "Die Opposition besteht aus 90 Millionen Iranern, die seit 47 Jahren unter dem brutalen Regime der Islamischen Revolutionsrepublik leiden."

Der demokratische Senator Chris Murphy zeigte sich skeptisch. "Es ist kein Geheimnis, dass diese US-Regierung keinen Plan für das Chaos hat, das sich derzeit im Nahen Osten abspielt", sagte er dem Sender CBS. "Wir werden also keine Demokratie bekommen. Wir werden eine noch schlimmere iranische Führung bekommen." Chris Coons, ebenfalls Demokrat, sagte dem Sender CNN, er könne sich nicht vorstellen, dass es einen Wechsel im Iran durch die aktuelle Offensive gebe. "Ich kenne kein Beispiel in der modernen Geschichte, bei dem ein Regimewechsel allein durch Luftangriffe zustande gekommen ist."

Mehrere Demokraten sagten darüber hinaus, der Angriff auf den Iran sei illegal, da laut Verfassung nur der Kongress das Recht habe, Krieg zu erklären. Mark Warner, Vize-Chef des Geheimdienstausschusses des Senats aus Virginia, sagte, die Regierung unter dem Republikaner Trump habe keine Beweise für eine unmittelbare Bedrohung durch den Iran vorgelegt. "Ich habe keine Informationen gesehen, dass der Iran kurz davor stand, einen Präventivschlag gegen die Vereinigten Staaten zu starten", sagte Warner CNN. Warner ist einer der Abgeordneten, die vor den Angriffen informiert worden waren. Trump hatte den Angriff unter anderem mit einer Gefahr durch das iranische Atomprogramms begründet. Vor kurzem hatte er noch behauptet, das Programm sei durch US-Luftangriffe im Juni 2025 "ausgelöscht" worden.

Warner und der Demokrat Ro Khanna äußerten sich zudem besorgt, dass die Angriffe die USA in einen weiteren langen und chaotischen Konflikt im Nahen Osten hineinziehen könnten. "Chamenei war ein brutaler Diktator, aber die Amerikaner sind heute nicht sicherer", sagte Khanna. "Die Frage ist: Wird das Land in einen Bürgerkrieg versinken? Werden Milliarden unserer Dollar dort ausgegeben werden? Werden amerikanische Soldaten in Gefahr sein?"

Der Republikaner Rick Scott sagte dem Sender Fox, er hoffe, dass der Einsatz im Iran binnen eines Monats beendet werden könne. Es hänge alles davon ab, wer der neue Führer im Iran sein werde. "Wir werden das zu Ende bringen, und wenn wir das (jetzt) nicht tun, werden wir das in fünf Jahren, in zehn Jahren tun."

Zusammenfassung
  • In den USA ist eine Debatte über die Iran-Strategie der US-Regierung für die Zeit nach den Angriffen entbrannt. "Es gibt keine einfache Antwort darauf, was als Nächstes kommen wird", sagte etwa der republikanische Senator Tom Cotton am Sonntag in der CBS-Sendung "Face the Nation". Der Republikaner Lindsey Graham schloss sich der Forderung von US-Präsident Donald Trump an, das iranische Volk solle selbst entscheiden, wer die Regierung künftig führe.