UNO: Dutzende getötete Zivilisten bei Angriffen im Südsudan
Die Blauhelmsoldaten der UN-Mission böten derzeit über 1000 Menschen vorübergehenden Schutz in ihrem Stützpunkt. "Ich fordere alle Beteiligten auf, die Kampfhandlungen unverzüglich einzustellen und einen konstruktiven Dialog aufzunehmen", sagte UNMISS-Chefin Anita Kiki Gbeho.
Der Südsudan ist das jüngste Land der Welt und hatte sich 2011 vom Sudan abgespalten. In den vergangenen Monaten hatte sich die Lage im Land zunehmend verschlechtert, nachdem der Konflikt zwischen Anhängern des Präsidenten Salva Kiir und Unterstützern des Ende März festgenommenen Vizepräsidenten Riek Machar wieder aufgeflammt war. Ein 2018 geschlossenes Friedensabkommen, das einen fünfjährigen Bürgerkrieg mit rund 400.000 Todesopfern beendet hatte, war vor wenigen Wochen gescheitert. Seitdem kam es erneut zu zahlreichen gewaltsamen Zusammenstößen.
An der UN-Blauhelmmission UNMISS im Südsudan beteiligt sich die Bundeswehr seit 2011 vor allem mit Einzelpersonal in Stäben und Hauptquartieren der Vereinten Nationen. Die Obergrenze lag hier bei 50 Einsatzkräften. Ziele der Mission sind unter anderem der Bevölkerungsschutz, die Wahrung der Menschenrechte und der Zugang zu humanitärer Hilfe in dem seit 2011 unabhängigen Land in Ostafrika.
Zusammenfassung
- Bei Angriffen von Bewaffneten auf die Ortschaft Abiemnom im Südsudan wurden laut UN-Angaben innerhalb von 48 Stunden dutzende Zivilisten und mehrere örtliche Beamte getötet sowie 23 weitere Menschen verletzt.
- Mehr als 1000 Menschen suchen derzeit Schutz bei den UN-Blauhelmen, während UNMISS-Chefin Anita Kiki Gbeho alle Beteiligten zu einem sofortigen Stopp der Kampfhandlungen und zu Dialog aufruft.
- Nach dem Scheitern des Friedensabkommens von 2018, das einen fünfjährigen Bürgerkrieg mit rund 400.000 Todesopfern beendet hatte, ist die Sicherheitslage im Südsudan erneut eskaliert.
