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Ukraine: Russische Angriffe auf Slowjansk abgewehrt

17. Juli 2022 · Lesedauer 3 min

Die ukrainischen Streitkräfte haben in der Region Slowjansk im östlichen Gebiet Donezk nach eigenen Angaben erfolgreich Angriffe von russischer Seite abgewehrt.

Es habe massiven Artilleriebeschuss auf militärische und auf zivile Infrastruktur in verschiedenen Ortschaften gegeben, teilte der Generalstab am Sonntag in Kiew mit. Der Feind habe aber keinen Erfolg gehabt. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

"Streitkräfte in schlechtem Zustand"

Die russischen Streitkräfte hätten viele Verluste zu verzeichnen gehabt und seien nach Gegenwehr der ukrainischen Seite wieder abgezogen, hieß es. Auch in Richtung der Orte Siwersk und Bachmut im Gebiet Donezk habe das russische Militär erneut massiv mit Artillerie gefeuert. Dutzende Ortschaften seien von den Angriffen betroffen gewesen. "Angesichts der großen Verluste in den eigenen Reihen ist die Mehrheit der Einheiten der Bestatzungsstreitkräfte in einem sehr schlechten moralisch-psychologischen Zustand und sucht nach einer Möglichkeit, der Teilnahme an den weiteren Kampfhandlungen zu entgehen", hieß es im Bericht des ukrainischen Generalstabs.

Drei Tote und ein Dutzend Verletzte bei Angriff in Donezk

Zuvor hatte es seitens der Nachrichtenagentur Ukrinform geheißen, beim russischen Beschuss der Region Donezk seien in den vergangenen Tagen drei Zivilisten getötet und 12 verletzt worden. Eine entsprechende Erklärung wurde vom Leiter der Militärverwaltung der Region Donezk, Pavlo Kyrylenko, auf Telegram abgegeben.

"Am 16. Juli 2022 töteten die Russen drei Zivilisten in der Region Donezk: zwei in Udatschne und einen in Pokrowsk. Zwölf weitere Menschen wurden verletzt", schrieb Kyrylenko demnach. Insgesamt wurden in der Region Donezk seit Beginn der russischen Invasion 623 Zivilisten getötet und 1.598 verletzt. Die genaue Zahl der Opfer in Mariupol und Wolnowacha lässt sich laut der ukrainischen Agentur derzeit noch nicht beziffern.

Laut Ukraine bisher 38.300 russische Angreifer getötet

Insgesamt seien seit Kriegsbeginn am 24. Februar fast 38.300 russische Angreifer ausgeschaltet worden, davon allein 160 am vergangenen Tag. Dies geht aus dem Generalstab der ukrainischen Streitkräfte hervor, berichtete Ukrinform. Der Stab teilte zudem mit, dass in der gesamten Ukraine infolge der bewaffneten Aggression Russlands bereits mehr als 1.015 Kinder ums Leben gekommen sein. Die Dunkelziffer dürfte sogar noch höher liegen.

Das russische Verteidigungsministerium hatte zuletzt eine Ausweitung der Angriffe im Osten der Ukraine angekündigt. Nach der Einnahme der Region Luhansk will Russland als nächstes das Gebiet Donezk komplett ukrainischer Kontrolle entreißen. Der Chef der ukrainischen Militäradministration für das Gebiet Luhansk, Serhij Hajdaj, teilte am Sonntag mit, dass noch zwei Dörfer dort unter Kontrolle Kiews seien. Er widersprach damit erneut Berichten aus Moskau, dass Russland das Gebiet Luhansk komplett eingenommen habe.

Das russische Militär verstärkte nach britischen Angaben seine Verteidigungsstellungen in den besetzten Gebieten im Süden der Ukraine. Truppen und Ausrüstung würden zwischen Mariupol und Saporischschia sowie in der Region Cherson aufgestockt, teilt das Außenministerium in London auf Twitter mit und zitiert aus den jüngsten Berichten des militärischen Geheimdienstes. Auch in Melitopol würden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt.

Quelle: Agenturen / Redaktion / msp