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Putin eingeladen

Trump gründete umstrittenen "Friedensrat"

Heute, 11:02 · Lesedauer 3 min

Donald Trump hat seinen umstrittenen "Friedensrat" ins Leben gerufen.

Der US-Präsident unterzeichnete auf dem Weltwirtschaftsforum im Schweizer Alpenort Davos ein Gründungsdokument für das Gremium, in dem Kritiker einen Angriff auf die Vereinten Nationen sehen. "Wir werden Frieden in der Welt haben - und das wird einfach großartig sein!", sagte Trump. Unter den ersten Unterzeichnern war neben Ungarn überraschend auch ein weiteres EU-Mitglied Bulgarien.

"Herzlichen Glückwunsch, Präsident Trump, die Charta ist nun in Kraft getreten, und der Friedensrat ist nun eine offizielle internationale Organisation", sagte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt am Donnerstag bei der Unterzeichnungszeremonie im Beisein weiterer Gründungsmitglieder.

60 Länder eingeladen

Insgesamt 60 Staaten sollen Einladungen für den "Friedensrat" erhalten haben. Zugesagt haben bisher nur wenige - neben Israel unter anderem Indonesien, Kosovo, die Vereinigten Arabischen Emirate (UAE) und Vietnam. Einige der Erstunterzeichner werden autoritär regiert. Wer länger als drei Jahre dabei sein will, muss eine Milliarde US-Dollar für den Etat des "Friedensrats" bereitstellen.

Eingeladen ist auch der russische Präsident Wladimir Putin. Der Kremlchef signalisierte Interesse, betonte aber, die Aufnahmegebühr müsse aus eingefrorenem russischen Vermögen bereitgestellt werden. Washington müsse die blockierten Gelder freigeben, wenn sie für humanitäre Zwecke zum Wiederaufbau des Gazastreifens genutzt werden sollten, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Ursprünglich war der "Friedensrat" als Teil der zweiten Phase des US-Plans für den Gazastreifen im Nahost-Friedensprozess vorgestellt worden. In der Charta der Initiative wird das Palästinenser-Gebiet jedoch nicht mehr genannt. Mehrere europäische Staaten äußerten starke Vorbehalte gegen die Pläne - unter anderem, weil Trump zum "Friedensrat" auch Putin eingeladen hat. Kritiker werfen Trump zudem vor, eine Alternative zur UNO schaffen zu wollen, um deren etablierte Organisationen zu umgehen.

Ablehnung aus Europa

Vorsitzender des "Friedensrates" ist Trump. Seine Befugnisse sind weitreichend: Nur er kann laut der Satzung Mitglieder einladen oder sie des Gremiums verweisen - es sei denn, "zwei Drittel der Mitgliedstaaten legen ihr Veto ein". Trump hat praktisch ein lebenslanges Mandat. Er kann jederzeit freiwillig zurücktreten und einen Nachfolger bestimmen. Einzig der von Trump zusammengestellte "Exekutivrat" der Organisation kann ihn absetzen, wenn dessen Mitglieder ihn einstimmig für "unfähig" halten.

Für einen ständigen Sitz im "Friedensrat" sollen Mitgliedstaaten eine Gebühr von "mehr als einer Milliarde Dollar" (rund 860 Millionen Euro) zahlen. Wer die Summe nicht entrichtet, hat nur Anrecht auf eine dreijährige Mitgliedschaft. Mehrere europäische Staaten haben einen Beitritt ausdrücklich abgelehnt.

Österreich prüft Einladung

Zum jetzigen Zeitpunkt beabsichtige Frankreich nicht, "auf das Angebot einzugehen", hieß es etwa aus dem Élysée-Palast. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul sagte: "Wir haben einen Friedensrat und das sind die Vereinten Nationen." Österreich prüft nach Angaben des Bundeskanzleramts die Einladung. Auch Papst Leo XIV. prüft nach den Worten von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin die Einladung, meldete Kathpress.

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Zusammenfassung
  • Donald Trump hat auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos den umstrittenen "Friedensrat" als internationale Organisation gegründet, wobei Kritiker einen Angriff auf die Vereinten Nationen sehen.
  • 60 Staaten erhielten Einladungen, doch bisher haben nur wenige – darunter Ungarn, Bulgarien, Israel, Indonesien, Kosovo, UAE und Vietnam – zugesagt, während mehrere europäische Länder wie Frankreich und Deutschland eine Teilnahme ablehnen.
  • Für eine dauerhafte Mitgliedschaft verlangt der "Friedensrat" eine Gebühr von einer Milliarde US-Dollar, und Trump besitzt als Vorsitzender weitreichende Befugnisse mit einem praktisch lebenslangen Mandat.