Tirol-Wahl: NEOS-Liste mit Fokus auf Jugend und Frauen

17. Aug. 2022 · Lesedauer 3 min

Die Tiroler NEOS setzen im Ringen um die Wählergunst im Vorfeld der Landtagswahl am 25. September auf Jugend, Weiblichkeit und Expertise. Laut Landessprecher und Spitzenkandidat Dominik Oberhofer spiegeln die pinken Landes- und Bezirkslisten den "Wunsch der Bevölkerung nach Veränderung und Aufbruch wider". Zudem sah er im APA-Gespräch die drei Kernthemen der Partei - Bildung, Wirtschaft und saubere Politik - verkörpert. Ein Grundmandat in einem Bezirk sei "möglich".

Drei der vier Erstgereihten auf Landesebene und fünf von neun Bezirksspitzenkandidaten seien - trotz fehlender Quote - Frauen, betonte Oberhofer nicht ohne Stolz. Die pinke Landesliste steht bereits seit Anfang Juli fest.

Auf Platz zwei wurde in einem dreistufigen Vorwahlprozess die Kufsteiner Schulleiterin und heurige Bürgermeisterkandidatin Birgit Obermüller gewählt. Sie war bei der Gemeinderatswahl im Februar in der zweitgrößten Stadt Tirols in die Stichwahl gekommen und hatte 30,55 Prozent erzielt. Dahinter folgen die 21-jährige Studentin Susanna Riedlsperger, die laut Oberhofer die jüngste Landtagsabgeordnete aller Zeiten in Tirol werden könnte, und die Kulturmanagerin Franziska Schumi, die zudem als Spitzenkandidatin in Innsbruck antritt. Der bisher erste NEOS-Bürgermeister Österreichs, Markus Moser, befindet sich auf Platz Fünf. Er war bei den Wahlen im Februar allerdings seinem ÖVP-nahen Herausforderer unterlegen und musste sein Amt niederlegen.

Außerdem gingen die drei jüngsten Spitzenkandidaten bei der heurigen Landtagswahl allesamt für die Pinken ins Rennen, hielt Oberhofer fest, nämlich neben besagter Listendritten Riedlsperger (21), die zudem als Spitzenkandidatin in ihrem Heimatbezirk Kitzbühel kandidiert, auch der 19-jährige Kevin Ladstätter (Spitzenkandidat in Schwaz) und die 18-jährige Ivana Monz (Spitzenkandidatin in Landeck). "Laut den politischen Mitbewerbern findet man heutzutage keine Jungen oder Frauen, die sich in die erste politische Reihe stellen wollen. Bei uns ist genau das Gegenteil der Fall", unterstrich NEOS-Klubobmann Oberhofer. Seine Partei tritt in allen neun Bezirken an.

Ein Grundmandat sei laut Oberhofer "möglich und wünschenswert" und wenn dann in den Bezirken Innsbruck oder Innsbruck-Land zu holen. Schumi müsste demnach in Innsbruck mehr als 14,5 Prozent erreichen, der Lehrer Stefan Wirtenberger, der auf Platz Eins im einwohnerstärksten Bezirk Innsbruck-Land kandidiert, mehr als 10,5 Prozent, nannte Oberhofer konkrete Zahlen. Er selbst kandidiere nur auf der Landesliste und lasse den anderen "den Vortritt".

2018 hatte der Klubobmann die NEOS auf Anhieb in den Tiroler Landtag geführt und im Februar durch deren erste Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen gelotst. Bei der vergangenen Landtagswahl hatten die NEOS 5,21 Prozent der Stimmen erreicht. Die Partei ist seitdem - erstmals - mit zwei Mandataren im Landtag vertreten. Klubobmann-Stellvertreter Andreas Leitgeb kandidiert heuer nicht mehr.

Geht es nach dem Landessprecher, soll sich seine pinke Landtagsfraktion heuer verdoppeln. Erklärtes Wahlziel des Frontmanns: "Wir wollen so stark werden, dass keiner mehr an uns vorbeikommt". Im Moment besteht jedenfalls Grund zu Optimismus: Zuletzt hatte ihnen eine Umfrage 12,3 Prozent ausgewiesen. Mit einer Regierungsbeteiligung liebäugelt Oberhofer öffentlich schon seit eineinhalb Jahren - damals wie heute sah er die NEOS in einer Dreierkoalition. Mit vier Mandaten könne man "zu einem stabilen Dreier beitragen", konkretisierte er.

Mit den erhofften vier Mandaten könne man auch die Bereiche Wirtschaft, Tourismus, Bildung, Jugend und Digitalisierung "bestens abdecken". Mit Obermüller und Wirtenberger hätten "zwei echte BildungsexpertInnen hervorragende Chancen auf den Einzug in den Tiroler Landtag", nahm der 42-jährige Oberhofer Bezug auf ein pinkes Kernthema. Schumi und die Spitzenkandidatin im Bezirk Lienz, Jasmin Simoner, seien indes "als Online-Marketing-Managerin bzw. Business Analystin in der digitalisierten Welt zu Hause". Und im Bezirk Reutte gehe mit Markus Moll ein Unternehmer an den Start, "der nicht nur im Bezirk, sondern auch international bestens vernetzt ist", so Oberhofer.

Quelle: Agenturen