APA - Austria Presse Agentur

Tirol: Anschober prüft Freitesten aus Bezirk

09. Feb 2021 · Lesedauer 2 min

Der Streit zwischen Tirol und der Bundeshauptstadt dauert an. Nachdem am Montag eine Reisewarnung für Tirol ausgesprochen wurde, will der Gesundheitsminister nun prüfen, ob es rechtlich möglich ist, für einzelne Bezirke ein Freitesten zu verlangen.

Am Montagabend legte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) im Streit um die Verbreitung der Südafrika-Mutation des Coronavirus in Tirol nach. Er will prüfen lassen, ob es möglich ist zu verlangen, sich aus bestimmten Regionen in Tirol freitesten zu lassen. Betroffen ist besonders der Bezirk Schwaz, in dem die Südafrika-Variante des Virus besonders stark grassiert. Dort wurde in fast 300 Fällen die Mutation nachgewiesen. Am Sonntag sprach man in Tirol noch von unter zehn Fällen gesprochen. 

Reisewarnung nicht rechtlich bindend

Schon im Laufe des Montags sprach der Bund eine Reisewarnung für Tirol aus.  Die Maßnahme ist zahnlos, denn rechtlich bindend ist sie nicht. Anschober meinte am Montagabend noch, dass es rechtlich nicht so leicht wäre, Quarantäne-Maßnahmen zu verordnen. Daher würden die besten Juristen am Dienstag in seinem Auftrag beraten, was man tun könne.

Dornauer sieht Schuld bei Platter

Tirols SPÖ-Chef Georg Dornauer machte im PULS 24-Interview Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) für den einen Reputationsverlust Tirols verantwortlich. Er wolle den "den Begriff Reisewarnung" nicht zur Kenntnis nehmen. Er sei "ganz alleine" für das Krisenmanagement des Landes verantwortlich. 

Minister wollte lückenlose Testungen 

Der Gesundheitsminister legte dar, was man sich von Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) erwartet hätte, nämlich lückenlose Testungen in den besonders betroffenen Gebieten. Da Platter hier die Verantwortung nicht wahrgenommen habe, müsse man schauen, wie man das durchsetzen könne. 

Ein Einsehen der Tiroler Landespolitik ist nicht zu erwarten. 

Die südafrikanische Virus-Variante, gilt nicht nur als ansteckender sondern einige Impfstoffe könnten bei ihr auch weniger wirksam sein. In Tirol verweist man seit Tagen darauf, dass die Fall-Inzidenz im Land keine Isolationen oder ähnliches hergeben würde.
 

Marianne LamplQuelle: Agenturen / Redaktion / lam