Lockdown in Oberösterreich und Salzburg ab Montag

18. Nov 2021 · Lesedauer 4 min

Der oberösterreichische Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) kündigte am Donnerstag einen mehrwöchigen Lockdown in Oberösterreich und Salzburg an. Dieser soll kommende Woche am Montag beginnen, wie LH Haslauer (ÖVP) präzisierte. Gesundheitsminister Mückstein begrüßt den Schritt.

"Wenn es zu keinem bundesweiten Lockdown kommt, werden Oberösterreich und Salzburg ab nächster Woche in den Lockdown gehen" - kündigte der oö. LH Thomas Stelzer (ÖVP) am Donnerstag im Landtag an. 

Nähere Informationen kamen dann im Rahmen einer Pressekonferenz von Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer am Nachmittag. Der Lockdown werde ab Montag, den 22. November, für die gesamte Bevölkerung und für alle Bereiche gelten. Auch Schulen schließen, Betreuung werde aber angeboten. Das solle jedoch die Ausnahme bleiben. Haslauer forderte zum Impfen auf. Man hoffe so, bis Weihnachten wieder öffnen zu können. 

Mehr dazu: 

Stelzer will sich beim Treffen der Landeshauptleute am Freitag für einen bundesweiten Lockdown einsetzen. Werde es nicht dazu kommen, würden Oberösterreich und Salzburg in einen "mehrwöchigen Lockdown gehen". Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) will bei dem Treffen über einen bundesweiten Lockdown sprechen.

Auch der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) bestätigte der APA den harten Lockdown ab nächster Woche für sein Bundesland. Dieser werde für die gesamte Bevölkerung und für alle Bereiche gelten. "Wir haben heute erneut eine enorme Zahlenentwicklung. Wir sehen keine Alternative zu einem Lockdown mit Beginn nächster Woche mehr", sagte Haslauer.

Auch Schulen schließen

Ob dieser am Montag oder am Dienstag beginne, sei wie viele weitere Details auch in enger Abstimmung mit Oberösterreich noch zu klären. Die Dauer der Maßnahme werde noch mit Experten berechnet. Im "Ö1-Mittagsjournal" sagte Haslauer, dass auch Schulen zusperren würden. Dort gebe es eine "extreme Entwicklung".

"Die aktuelle Situation erfordert diesen Schritt", erklärte Haslauer. "Ich habe darum gekämpft, dass wir nicht in einen Lockdown gehen. Bei diesen Zahlen ist aber eine Überlastung der Krankenanstalten absehbar." Die zuletzt gesetzten Maßnahmen von Bund und Land Salzburg würden nicht so schnell greifen, wie man erhofft hätte. "Wir brauchen auch Zeit, dass die gut laufenden Impfungen ihre Wirkung entfalten." Im Laufe des Nachmittags will der Salzburger Landeshauptmann in einer Pressekonferenz über weitere Details informieren. Der Zeitpunkt werde noch bekannt gegeben.

Mückstein begrüßt Lockdowns

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) sagte via Twitter, dass Oberösterreich und Salzburg aufgrund der besorgniserregenden Entwicklung die "Notbremse" gezogen hätten. Er begrüßte die Entscheidung der beiden Ländern. Außerdem kündigte er an, dass die Regierung gemeinsam mit den Ländern "über weitere bundesweite Maßnahmen entscheiden (wird, Anm.), um die vierte Welle zu brechen".

Kaiser will bundesweiten Lockdown prüfen

"Ein genereller, kurzer, aber harter Lockdown ist aufgrund der dramatisch steigenden Zahlen zu prüfen", erklärte Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) am Donnerstag gegenüber der APA. Das werde im Rahmen der (morgigen) Landeshauptleutekonferenz erörtert: "Allerdings bedarf es mehr als nur einer singulären Maßnahme", sagte Kaiser weiter: "Wichtig wird es vor allem auch sein, alles zu tun, um Erst- und Drittimpfungen zu forcieren."

Platter bleibt bei Ablehnung eines Lockdowns

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) erteilt einen Tag vor der Landeshauptleutekonferenz einem Lockdown für alle weiter eine Absage. Es gelte die bisherige Position des Landeshauptmannes, hieß es aus dem Büro Platters gegenüber der APA. Platter hatte einen allgemeinen Lockdown bisher stets vehement abgelehnt - und darauf gedrängt, den Fokus vor allem auf das In-die-Höhe-Treiben der Impfquote zu legen.

Es könne nicht angehen, dass "80 Prozent eingesperrt werden, nur weil 20 Prozent unsolidarisch sind", hatte der Landeschef erst am Mittwoch im Landtag betont. "Da geht dann jegliche Motivation für das Impfen verloren", so Platter. Auch andere wesentliche Proponenten der Tiroler ÖVP hatten sich zuletzt - wie die Bundesparteispitze - dagegen ausgesprochen. Was generell mögliche weitere Verschärfungen betrifft, hielt sich der Landeschef bedeckt. Alles andere sei "Gegenstand von Gesprächen" und Inhalt der LH-Konferenz am Freitag am Tiroler Achensee.

Quelle: Agenturen