APA - Austria Presse Agentur

Haslauer: "Hoffe, dass wir bis Weihnachten wieder aus dem Lockdown herauskommen"

18. Nov 2021 · Lesedauer 3 min

Salzburg geht am Montag in den harten Lockdown. Das bestätigte Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) am Donnerstag in einer eilig einberufenen Pressekonferenz. Er hoffe, bis Weihnachten das Land wieder öffnen zu können. Schulen bieten nur Betreuung an.

In Salzburg musste an den Landeskrankenhäusern bereits ein Triage-Team einberufen werden, die Intensivstationen sind heillos überfüllt. Die Neuinfektionen in Salzburg gehen durch die Decke, weshalb man sich für einen harten Lockdown entschieden hat. 

Der Lockdown werde ab Montag, den 22. November, für die gesamte Bevölkerung und für alle Bereiche gelten. "Wir haben heute erneut eine enorme Zahlenentwicklung. Wir sehen keine Alternative zu einem Lockdown mit Beginn nächster Woche mehr", sagte Haslauer. Triagierungen, so der ÖVP-Landeshauptmann am Donnerstag, müssten verhindert werden. Er hoffe, dass das Land bis Weihnachten wieder aus dem Lockdown komme. Man habe gesehen, dass nach vier Wochen Lockdown der R-Wert, der für die Ausbreitung ausschlaggebend sei, gesunken ist. Diese Zahlen seien aber noch ohne Berücksichtigung der Impfung. 

Belohnungen für Impfungen

"Wir haben die Chance, dass wir mit fortschreitenden Impfungen aus diesem Lockdown herauskommen". Man brauche aber Zeit, bis diese Maßnahmen greifen. Diese Zeit hätten die Spitäler nicht mehr. Er kündigte an, für Impfungen "Belohnungen" zu vergeben, nähere Informationen gab er vorerst nicht. Man werde an allen sieben Tagen der Woche Impfungen anbieten. Besonders wichtig, weil kurzfristig wirksam, sei dabei auch der Drittstich. Rainer Pusch, Impfkoordinator im Land Salzburg, kündigte an, das Impfangebot auszubauen. Am Wochenende wolle man 90 Sonderimpfaktionen durchführen, kommende Woche sollen es über 100 werden. 

Schulen:  "Für alle jene, die die Schule brauchen, bleibt diese auch offen"

"Die Schulen bleiben nur für jene offen, die Betreuung benötigen oder Lernschwächen haben", kündigte Haslauer an. Das gelte "sinngemäß" auch für Kindergärten. Betreuung werde angeboten, das solle aber nicht der Regelfall sein. Bildungsminister Faßmann (ÖVP) legte sich danach jedoch quer und will die Schulen offen halten. In einer Aussendung des Landes Salzburg wurde dann am Abend zwar betont: "Für alle jene, die die Schule brauchen, bleibt diese auch offen." Eltern, die ihre Kinder daheim betreuen können, seien allerdings aufgerufen ihre Kinder nicht in die Schule zu schicken, um die Neuinfektionen zu senken und damit die Spitäler und deren Personal zu entlasten.

Mehr dazu: 

Ein Beschluss des Hauptausschusses des Nationalrates sei für diesen Lockdown notwendig, dieser wird voraussichtlich Freitag nach Ende der regulären Nationalratssitzung zusammentreten.

Salzburgs LH-Stv. Schellhorn: "Wir haben sicher zu spät reagiert"

Für Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn von den Grünen sei der Grund, warum man so langsam reagierte, weil die ÖVP-Landeshauptleute der Linie folgen wollten, die Ex-Kanzler Sebastian Kurz vorgegeben habe. Deshalb habe man zu spät reagiert. 

Kaltenbrunner: Haslauer "putzt sich an allen ab"

PULS 24 Chefredakteur Stefan Kaltenbrunner kritisiert nach der Lockdown-Verkündung in Salzburg den Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP). Er putze sich an allen ab, habe aber selbst versagt.

Inzidenz in Tamsweg bei fast 2.600

In Salzburg beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner 1.672,5. Die höchste Inzidenz hat Tamsweg in Salzburg mit 2.594,7, in Salzburg-Umgebung lag sie bei 2.347. 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam