Tepco startet 15 Jahre nach Fukushima wieder Atomreaktor
Die Bedeutung des Neustarts sei "aus Sicht der Steuerung von Stromangebot und -nachfrage, der Stromtarife und der Sicherung dekarbonisierter Energiequellen" gestiegen, erklärte der japanische Regierungssprecher Minoru Kihara. Der Neustart ist nach Einschätzung von Experten ein "wichtiger Wendepunkt" für die Regierung. "Er signalisiert das Ende des atomaren Stillstands nach Fukushima und bekräftigt die Bedeutung von Atomkraft für eine stabile Stromversorgung", kommentierte Analyst Filippo Pedretti von Japan NRG. "Wenn sogar Tepco, der am Desaster von Fukushima Daiichi beteiligte Versorger, seine wichtigste Anlage wieder hochfahren kann, können andere Anlagen folgen."
Nach Rückschlägen beim Ausbau der Offshore-Windkraft und dem Kostendruck durch importierte fossile Brennstoffe setzt Japan wieder verstärkt auf Kernenergie, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Ministerpräsidentin Sanae Takaichi treibt den Bau neuer Reaktoren voran.
Mit der Wiederinbetriebnahme des Reaktors in Kashiwazaki-Kariwa sind in Japan nun 15 der 33 nach der Fukushima-Katastrophe noch betriebsfähigen Reaktoren am Netz. Der Schritt gilt als wichtiger Test für die gesamte Branche, da sechs weitere Reaktoren anderer Betreiber auf die Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme warten. Die japanische Atomaufsichtsbehörde NRA ordnete diesen Monat an, dass der Versorger Chubu Electric einen detaillierten Bericht über gefälschte seismische Daten vorlegen muss. Die Prüfung des Antrags auf Wiederinbetriebnahme von dessen einzigem Atomkraftwerk Hamaoka wurde ausgesetzt.
Zusammenfassung
- Fast 15 Jahre nach der Katastrophe von Fukushima hat der Energiekonzern Tepco erstmals wieder einen Atomreaktor, Nr. 6 im weltgrößten AKW Kashiwazaki-Kariwa, hochgefahren.
- Mit der Wiederinbetriebnahme sind nun 15 von 33 nach Fukushima noch betriebsfähigen Reaktoren in Japan am Netz, während sechs weitere auf ihre Genehmigung warten.
- Der Neustart gilt laut Experten als wichtiger Wendepunkt und soll die Stromversorgung im Großraum Tokio verbessern, während die Regierung den Ausbau der Kernenergie vorantreibt.
