APA - Austria Presse Agentur

Ludwig nach Anschlag in Wien: "Werden uns nicht in die Knie zwingen lassen"

04. Nov 2020 · Lesedauer 2 min

Der Wiener Stadtsenat hat in einer Sondersitzung im Rathaus den Opfern des Terroranschlags am Montagabend gedacht. Den Feinden der humanistischen Werte werde man "keinen Millimeter" versprach Bürgermeister Michael Ludwig.

Am Mittwoch ist der Wiener Stadtsenat zu einer Sondersitzung im Rathaus zusammengetreten. Es wurde den Opfern des Terroranschlags am Montagabend gedacht.

Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) betonte, dass sein Mitgefühl den Angehörigen der getöteten Menschen sowie den Verletzen gelte.  "Wir werden deutlich machen, dass wir uns von diesem Terrorakt nicht in die Knie zwingen lassen", versicherte Bürgermeister Ludwig in der Sondersitzung.

Viele in der Stadt seien davon überzeugt gewesen, dass ein derartiger Akt in Wien nicht stattfinden werde. "Diese Hoffnung ist an diesem Abend zerstört worden", sagte Ludwig. Aber den Feinden der humanistischen Werte werde man "keinen Millimeter" einräumen, versprach er.

An der Gedenkveranstaltung nahmen neben dem Bürgermeister die amtsführenden und nicht amtsführenden Stadträtinnen und Stadträte, die Klubobleute, die Präsidenten des Landtags und die Vorsitzenden des Gemeinderats teil.

Ludwig erinnert an frühere Attentate

Ludwig erinnerte daran, dass die OPEC 1975 ebenfalls Ziel eines Anschlags in Wien geworden sei. Auch auf die Ermordung des Stadtrats Heinz Nittel 1981, den Anschlag auf die Synagoge und den Terrorakt am Flughafen 1985 ging er ein. Bei letzterem sei eine Lehrerin von ihm vor dem Schalter der Fluglinie El Al erschossen worden, berichtete Ludwig. Auch an die Briefbombenattentate 1993 erinnerte er - wobei Ludwig seine Rede heute unter dem Porträt des prominentesten Opfers, Helmut Zilk, hielt. Das Porträt des damaligen Bürgermeisters hängt im Stadtsenatssitzungssaal.

Die Künstlerin Maria Lassnig habe Zilk dort mit gesunder Hand verewigt, die auf dem Gemälde noch dazu sehr groß erscheine. Die starke Hand sollte ein Symbol dafür sein, dass Terrorakte die Stadt Wien nicht in die Knie zwingen werden, erläuterte Ludwig.

Zivilcourage gelobt

Ludwig lobte auch Personen, die während des Terrorakts Zivilcourage bewiesen hätten. Er habe bereits mit zwei türkischstämmigen Wienern gesprochen, die einen Polizisten gerettet haben, berichtete er. Diese hätten stolz berichtet, dass sie Wurzeln in einem anderen Land hätten und auch bekennende Muslime seien, dass sie aber gerade deshalb diesen Anschlag besonders verurteilen.

Bei dem Anschlag in der Innenstadt sind vier Passanten getötet und mehr als 20 Personen verletzt worden. Auch der Attentäter - bei dem es sich laut den Ermittlungsbehörden um einen islamistischen Einzeltäter gehandelt haben dürfte - wurde von der Polizei erschossen.

Quelle: Agenturen / apb