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SPÖ wirft ÖVP böswilliges Agieren vor

01. Sept. 2022 · Lesedauer 3 min

In der Affäre um die in finanzielle Turbulenzen geratene Wien Energie hat die SPÖ am Donnerstag den Spieß umzudrehen versucht.

Die ÖVP betreibe parteipolitische Spielchen, die in einer Krise "lebensgefährlich" seien, kritisierte Wirtschaftssprecher Christoph Matznetter in einer Pressekonferenz gemeinsam mit Vize-Klubchef Jörg Leichtfried. Von Fehlern der Wiener Stadtregierung oder der Wien Energie wollten beide nichts wissen.

SPÖ wirft der Volkspartei böswilliges Agieren vor 

Matznetter ortete Versuche der Volkspartei, konkret von Finanzminister Magnus Brunner und Generalsekretärin Laura Sachslehner, der SPÖ durch die Verbreitung von Unwahrheiten und "Meuchelpropaganda" böswillig zu schaden. Es sei zu Unrecht und wider besseren Wissens der Vorwurf von Spekulationen durch das Energieversorgungsunternehmen erhoben worden.

In Wirklichkeit habe die Wien Energie lediglich ihren Versorgungsauftrag wahrgenommen. Dass sie Strom kaufe und verkaufe, sei ebenso normal, wie wenn eine Molkerei dies mit Milch tue.

Leichtfried: Keine Spekulationen

"Diese Situation ist nicht entstanden, weil spekuliert wurde", sagte auch Leichtfried, auch das wirtschaftliche Modell sei nicht das falsche gewesen: "Diese Situation ist entstanden, weil der Strompreis in blitzartiger Geschwindigkeit in eine Höhe geschossen ist, mit der niemand jemals rechnen konnte."

Dies müsse in Österreich und auf europäischer Ebene gelöst werden, etwa durch einen Schutzschirm nach deutschem Vorbild und ein Ende des nicht mehr tragbaren Merit Order Systems. Die Regierung scheine die Dringlichkeit dafür aber nicht erkannt zu haben.

Neben dem Schutzschirm brauche es auch einen Strompreisdeckel, den die Regierung bis Ende August versprochen hatte, der aber noch immer nicht vorgelegt worden sei. Seitens der ÖVP und der Grünen hatte es angesichts der Wien-Energie-Krise zuletzt geheißen, dass sich der Deckel verzögere, aber demnächst vorgelegt werden solle.

Matznetter verteidigt Ludwigs Handeln

Verteidigt wurde seitens der beiden auch das Vorgehen des Wiener Bürgermeisters Michael Ludwig (SPÖ), der ja zweimal von seiner Notkompetenz gebraucht gemacht und jeweils 700 Mio. Euro bereitgestellt hatte, ohne breit darüber zu informieren.

Matznetter verglich dies mit dem Krisenmanagement der rot-schwarzen Bundesregierung 2008 anlässlich der Finanzmarktkrise, als man einen Schutzschirm aufgespannt und alles getan habe, um die Märkte vor dem Kollaps zu schützen, ohne einzelne Akteure zu Spekulanten zu erklären.

Leichtfried sprach gar von einem Konsens in die Republik, bei großen Krisen gemeinsam zu helfen. Die SPÖ habe aus diesem Grund etwa Raiffeisen oder auch die Hypo Alpe Adria akut nicht schlechtgeredet, wohl aber später auf Aufklärung gedrängt. Anders habe nun die ÖVP agiert, nämlich parteipolitisch motiviert.

Astrid PozarekQuelle: Agenturen / Redaktion / poz