SPÖ-Spitze: Doskozil auf Platz 1, Rendi-Wagner vor Rücktritt

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Hans Peter Doskozil hat bei der SPÖ-Mitgliederbefragung zum Parteivorsitz mit 33,7 Prozent die meisten Stimmen erhalten. Rendi-Wagner liegt in der Befragung auf Platz drei.

Für Hans Peter Doskozil stimmten 33,7 Prozent der Mitglieder. 31,5 Prozent der Stimmen gingen an Andreas Babler. Parteichefin Pamela Rendi-Wagner landete mit 31,4 Prozent auf dem dritten Platz.

Das Ergebnis im Überblick:

  • 36.094 Stimmen (33,68 Prozent) für Doskozil
  • 33.703 Stimmen (31,51 Prozent) für Babler
  • 33.428 Stimmen (31,35 Prozent) für Rendi-Wagner

147.993 Personen waren stimmberechtigt, 107.133 Stimmen wurden abgegeben. Die Wahlbeteiligung lag damit bei 72,4 Prozent. Zwischen Platz eins und Platz drei liegen rund 2.666 Stimmen.

Im Rennen um die Mitgliederbefragung gab Pamela Rendi-Wagner bekannt, dass sie sich aus dem Rennen um den Parteivorsitz zurückziehen werde, wenn sie bei der Mitgliederbefragung nicht erste wird.

Entscheidung am Parteitag

Endgültig entschieden wird der Parteivorsitz erst bei einem Parteitag Samstag, dem 3. Juni in Linz. Dieser verspricht nun besondere Spannung, hat Babler doch angekündigt, bei diesem zu kandidieren, sollte das Ergebnis nicht eindeutig sein.

Babler fordert Stichwahl

Herausforderer Andreas Babler forderte bei seiner ersten Stellungnahme eine Stichwahl, um eine klare Entscheidung in der Vorsitzfrage herbeizuführen. Er sprach dabei ausdrücklich von einer Mitgliederbefragung, also nicht eine Stichwahl am Parteitag.
 

Zuvor hatte schon Niko Kowall, der mit seiner zwischenzeitlichen Kandidatur sozusagen die Tür für Babler geöffnet hat, im PULS 24 Interview eine Stichwahl gefordert.

SPÖ NÖ fordert Geschlossenheit hinter Doskozil

Der designierte SPÖ-NÖ-Landesparteivorsitzende Sven Hergovich und SPÖ-NÖ-Landesgeschäftsführer Wolfgang Zwander rufen angesichts des Ergebnisses der SPÖ-Mitgliederbefragung zur Geschlossenheit hinter Doksozil auf: "Das Ergebnis der SPÖ-Mitgliederbefragung ist ein klarer Auftrag, auf dem Bundesparteitag am 3. Juni in Linz den stimmenstärksten Kandidaten Hans Peter Doskozil zum neuen Vorsitzenden der SPÖ zu wählen", heißt es in einer Aussendung.

Amt des Landeshauptmanns abgeben

Nach dem Votum der SPÖ-Mitglieder stellt er den Führungsanspruch in der Bundespartei. Zwar sei es das gute Recht von Andreas Babler, beim Bundesparteitag antreten zu wollen, die Vorsitzdiskussion sollte jetzt aber nicht noch prolongiert werden, forderte er bei einer Pressekonferenz Montagabend in Eisenstadt. Das Amt des Landeshauptmanns will er wie angekündigt abgeben, Personelles war noch nicht zu erfahren.

Doskozil: "Ein schwerer Gang" für Rendi-Wagner

Doskozil zeigte sich nach dem Gewinn der Mitgliederbefragung dankbar über die Wahl und die Unterstützung im Vorfeld sowie überrascht über die breite Beteiligung an der Befragung. "Ich bin überrascht und sehr glücklich, dass dieses Ergebnis so ausgegangen ist mit über 2 Prozent Mehrheit." Wäre er Zweiter geworden mit nur einer Stimme Unterschied, hätte er "gewusst, was ich zu tun habe", verwies er auf die demokratische Entscheidung der Mehrheit. Er hoffte daher, dass in den Bundesparteigremien am Dienstag auch entsprechend damit umgegangen wird.

Bei Babler und der amtierenden Parteivorsitzenden Pamela Rendi-Wagner bedankte sich Doskozil ebenfalls und meinte: "Es ist sicher keine leichte Situation für sie als gewählte Vorsitzende gewesen." Es sei "ein schwerer Gang", zunächst die Mitgliederbefragung mitzutragen, sich der Wahl zu stellen und zu verlieren. Von Babler wiederum sei es mutig gewesen, sich als Bürgermeister der Wahl zu stellen.

Grabenkämpfe beenden

Sollte er nun Parteichef werden, sei es seine Aufgabe, die Partei zu einen: "Morgen, oder eigentlich schon heute, beginnt der Weg der Einigung für die Sozialdemokratie. Wir werden in Zukunft nur dann Wahlen gewinnen können, wenn es jetzt gelingt, den größtmöglichen Bogen über die Positionierungen der Sozialdemokratie zu spannen." All jene, die sich für die beiden Mitbewerber engagiert haben, müssen nun ins Boot geholt werden. "Wir haben in der Vergangenheit nicht immer das beste Bild abgegeben. Jetzt ist es an der Zeit, dieses Bild zu korrigieren."

Mit einer geschlossenen Sozialdemokratie in die Nationalratswahl zu gehen, sei sein erklärtes Ziel, betonte Doskozil. Er stehe dafür, die Partei wieder in den Vordergrund zu stellen, sie auf Linie zu bringen, thematisch und personell und die Grabenkämpfe zu beenden.

ribbon Zusammenfassung
  • Die SPÖ hat das Ergebnis der Mitgliederbefragung bekannt gegeben.
  • 33,7 Prozent der Mitglieder stimmten für Hans Peter Doskozil und brachten ihn so knapp auf Platz eins.
  • Andreas Babler erhielt 31,5 Prozent der Stimmen und wurde Zweiter.
  • Parteichefin Pamela Rendi-Wagner landete mit 31,4 Prozent auf dem dritten Platz.
  • Zwischen Platz eins und Platz drei liegen rund 2.666 Stimmen.
  • Endgültig entschieden wird der Parteivorsitz erst bei einem Parteitag Samstag, dem 3. Juni in Linz.