SPÖ-Energiesprecher: Abu-Dhabi-Trip sinnlos

28. Okt. 2022 · Lesedauer 3 min

Alois Schroll, Energiesprecher der SPÖ, zeigt sich im PULS 24 Interview nur wenig begeistert von dem Abu Dhabi-Deal der Regierung. Für ihn ist klar, dass Österreich viel mehr auf erneuerbare Energie setzen sollte.

Der Energiesprecher sagt im Interview, dass er nicht wisse, ob die Schiffsladung Flüssigerdgas (LNG - liquefied natural gas) aus den Vereinigten Arabischen Emiraten eine "gute Nachricht ist oder nicht". Er verweist auf die Aussage des ehemaligen Chefs der E-Control und Berater der Bundesregierung Walter Boltz, der ebenfalls bei PULS 24 meinte, dass es sich bei der vereinbarten Gasmenge um "eine symbolische Menge" handle. Scholl fragt sich, was die Reise der Regierung bringt, "wenn man nur ein Schiff kriegt".

"Ich bin der Meinung, dass die Reise dieser Regierung nicht zur mittelfristigen Sicherstellung der Energieversorgung für Österreich beitragen wird", sagt Schroll im Interview.

Für ihn stellt sich bei diesem Deal auch die Frage, wie die Schiffsladung LNG nach Österreich kommen soll, da es hier keinen Meerzugang gibt. Schroll denkt, dass man auf Deutschland und Italien angewiesen sein wird. 

Harte Kritik an Gewessler

Für den Energiesprecher ist ganz klar, dass Österreich sich zu einer "nachhaltigen und sicheren Versorgung" Gedanken machen sollte. Er kritisiert Klima- und Energieministerin Leonore Gewessler (Die Grünen) hinsichtlich ihrer Parole, dass der Ausbau von erneuerbarer Energie "rasch" gehen müsse - "warum macht sie es dann nicht?".

Schroll fügt hinzu, dass es in Österreich zwar ein Gesetz für erneuerbare Energie beschlossen wurde, aber nicht zu "100 Prozent funktionsfähig" sei. Es fehle an Verordnungen vom Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK). "Wir haben über 660 Tagen (...) kein aktuelles Klimaschutzgesetz, wir haben über 660 Tagen kein Energieeffizienzgesetz, haben kein erneuerbares Wärmegesetz und und und", so der SPÖ-Politiker.

Schroll: Hausaufgaben machen

Schroll sagt, ganz klar, dass es in Österreich an Gesetzen zu "grüner Gas- und Wasserstofferzeugung" fehle. Er ist der Ansicht, dass es an der Zeit sei, dass die "Hausaufgaben in Österreich gemacht werden", statt in einem Land, wo es sehr bedenklich sei LNG nach Österreich zu bringen. 

Für ihn stellen sich außerdem die Fragen, warum sich Ministerin Gewessler und die OMV nicht mehr dafür einsetzen Gas aus Norwegen zu bekommen. Und von wo man "nachhaltig und sicher" nach Österreich bringen könne. 

Gas auf Kosten des Klimas?

Schroll zufolge sei es auch fraglich, wie die Bundesregierung die Reise und den Deal klimatechnisch vertreten kann. Er kritisiert dabei den Flug der drei Politiker mit einem Privatjet in die Emirate und den Treibstoff für den Tanker. Es sei fraglich, ob die eine zugesicherte Schiffsladung die klimatischen Folgen der Politiker-Reise ausgleichen könne.

Astrid PozarekQuelle: Redaktion / poz