APA - Austria Presse Agentur

Rendi-Wagner trifft Kickl zum Gespräch

09. Okt 2021 · Lesedauer 2 min

Um auszuloten, wie es in der aktuellen Regierungskrise weitergehen soll, treffen sich am Samstagnachmittag Pamela Rendi-Wagner und FPÖ-Chef Herbert Kickl zum Gespräch. Die ÖVP greift die SPÖ-Chefin dafür scharf an.

Die Details zum Treffen von Rendi-Wagner und Kickl sind geheim, der Termin nicht medienöffentlich. Die SPÖ-Chefin hatte zuletzt eine - bisher eher undenkbare - Zusammenarbeit der Roten mit den Blauen nicht ausgeschlossen. 

Es gebe über das Wochenende viele Gespräche, unter anderem auch mit der FPÖ, hieß es aus der SPÖ. Am Freitag hatte Rendi-Wagner bereits NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger getroffen. Freitagabend hatte die SPÖ-Chefin in der ORF-"ZiB2" gemeint, auch als Bundeskanzlerin zur Verfügung zu stehen, sollte sie dadurch einen Beitrag zu mehr Stabilität im Land leisten können. 

Sollte es zu einer Regierung mit der FPÖ kommen, geht Rendi-Wagner nicht davon aus, dass etwa Coronamaßnahmen-Kritiker und FPÖ-Chef Herbert Kickl Gesundheitsminister sein würde.

Die ÖVP griff die Aussagen der SPÖ-Obfrau jedenfalls gerne auf und malte Samstagvormittag angesichts des drohenden Endes der türkis-grünen Koalition ein rot-blaues Gespenst an die Wand. Rendi-Wagner sei als künftige Kanzlerin "ein absolutes No-Go", warnte ÖVP-Klubobmann August Wöginger in einer Aussendung. Explizit vor einer möglichen Kanzlerin Rendi-Wagner warnte Wöginger. Die SPÖ-Vorsitzende sei sogar in ihrer eigenen Partei "völlig umstritten", befand der türkise Klubobmann.

Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) sprach davon, dass Grüne und SPÖ das Land für einen "Pakt mit Kickl" verkaufen würden und  "geradewegs ins Chaos" steuern.  Freilich war auch sie selbst einmal Teil einer türkis-blauen Koalition mit Kickl als Innenminister.

Mehr dazu: 

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch attestierte der ÖVP "Realitätsverweigerung", wenn sie glaube, einfach weitermachen zu können wie bisher". Kurz müsse sofort zurücktreten. Die "vernünftigen Kräfte in der ÖVP" sollten sich "von diesem mutmaßlich korrupten System Kurz lösen", empfahl Deutsch.

Quelle: Agenturen