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Spionage-Prozess gegen Egisto Ott startet am Donnerstag

21. Jan. 2026 · Lesedauer 1 min

Am Wiener Straflandesgericht startet am Donnerstag der größte Spionage-Prozess, der in den vergangenen Jahrzehnten in Österreich verhandelt worden ist. Dem ehemaligen Chefinspektor im mittlerweile aufgelösten Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, Egisto Ott, wird Amtsmissbrauch und nachrichtendienstliche Tätigkeit zugunsten Russlands vorgeworfen. Er bestreitet die Vorwürfe. Am Gericht rechnet man mit enormem, internationalem Medieninteresse.

Der Prozess dürfte auch weit über die Grenzen Österreichs verfolgt werden - wird Ott doch unter anderem vorgeworfen, im Auftrag des per internationalen Haftbefehls gesuchten ehemaligen Wirecard-Spitzenmanagers Jan Marsalek ohne dienstlichen Auftrag Personendaten abgefragt und an diesen weitergegeben zu haben. Auch Diensthandys eines ehemaligen Kabinettschefs im Innenministerium und ein SINA-Laptop mit brisanten geheimdienstlichen Informationen eines EU-Staates sollen von Ott über Marsalek ihren Weg zum russischen Inlandsgeheimdienst FSB gefunden haben.

Ott dürfte spätestens ab Mittag zu Wort kommen, nachdem die Staatsanwälte ihre Anklage vorgetragen haben. Für die Beschuldigteneinvernahmen ist auch der Freitag vorgesehen. Ausgeschrieben ist die Verhandlung gegen Ott und einen mitangeklagten Polizisten vorerst bis Anfang März, wobei insgesamt zehn Verhandlungstage anberaumt sind. Zeuginnen und Zeugen sind erst für die Termine im Februar geladen.

Zusammenfassung
  • Am Donnerstag startet am Wiener Straflandesgericht der größte Spionage-Prozess der letzten Jahrzehnte gegen den ehemaligen BVT-Chefinspektor Egisto Ott, dem Amtsmissbrauch und Spionage zugunsten Russlands vorgeworfen werden.
  • Ott soll unter anderem Personendaten für den international gesuchten Ex-Wirecard-Manager Jan Marsalek sowie geheime Informationen eines EU-Staates an den russischen Geheimdienst FSB weitergegeben haben.
  • Die Verhandlung gegen Ott und einen mitangeklagten Polizisten ist bis Anfang März angesetzt, umfasst zehn Verhandlungstage und wird von internationalem Medieninteresse begleitet.