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Sommerskilauf für Tirols ÖVP-Chef "nicht mehr zeitgemäß"

05. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

In der vor dem Hintergrund des rasch voranschreitenden Gletscherschwunds emotional geführten Diskussion rund um Sommerskilauf auf Tiroler Gletschern hat sich nun auch Wirtschaftslandesrat und ÖVP-Landtagswahlspitzenkandidat Anton Mattle zu Wort gemeldet.

Gegenüber der "Tiroler Tageszeitung" plädierte der ÖVP-Chef dafür, die "Bretteln" im Sommer im Keller zu lassen - Sommerskilauf am Gletscher sei angesichts des Klimawandels "nicht mehr zeitgemäß".

Die Schneedecke würde "immer dünner", außerdem habe sich auch das "Bewusstsein der Menschen für unseren Naturraum" "erfreulicherweise" gesteigert, argumentierte der sich im Wahlkampf befindliche Mattle einige Wochen vor der Landtagswahl am 25. September. Der Tiroler Tourismus könne nur dann erfolgreich sein, wenn er auf seine Stärken setze und sich nicht an Konzepte klammere, die auch aufgrund der sich ändernden klimatischen Rahmenbedingungen nicht mehr funktionieren würden, fand der schwarze Spitzenkandidat.

Zeit des Sommerskilaufs sei "abgelaufen"

Skifahren gehöre für ihn zwar unweigerlich zu Tirol "und dem Lebensgefühl in unserem Land. Aber: "Wir müssen im Winter auf die breite Palette an Wintersportarten und im Sommer auf unsere Landschaft und Bergwelt setzen. Dabei werden unsere Gletscher auch in den Sommermonaten Ausflugsziele bleiben und ihre Anziehungskraft behalten", führte Mattle aus. Die Zeit des Sommerskilaufs sei aber "abgelaufen".

Auch für den grünen Tourismussprecher und Noch-Koalitionspartner der ÖVP, Georg Kaltschmid, waren die Zeiten, "an denen in Tirol 365 Tage Skifahren möglich war, vorbei". Er forderte die Einstellung des Skibetriebes. Ein Ende des Sommerskibetriebs würde im Bundesland lediglich den Hintertuxer Gletscher im Zillertal betreffen, die restlichen Gletscher - Stubaier, Ötztaler, Kaunertaler und Pitztaler - stellten den Sommerbetrieb bereits vor Jahren ein.

Quelle: Redaktion / koa