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Tirol-Wahl: ÖVP will im Wahlkampf Mattle bekannter machen

01. Aug. 2022 · Lesedauer 4 min

Die Tiroler ÖVP will im Wahlkampf zur Landtagswahl am 25. September ihren Spitzenkandidaten und Neo-Parteiobmann Anton Mattle bekannter machen. Noch-Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) werde in der "heißen Wahlkampfphase" nicht auftreten, sagte Landesgeschäftsführer und Wahlkampfleiter Martin Malaun im APA-Gespräch. "Es soll nicht so ausschauen, als müsste der Herr Landeshauptmann den neuen Kandidaten bei der Hand nehmen", begründete der Parteimanager.

1,5 Millionen Euro wolle die Partei ausgeben - gleich viel wie für die vergangene Wahl 2018. Damit weist die ÖVP abermals das größte Wahlkampfbudget auf. Man wisse allerdings nie, "was auf einen zukommt", schob Malaun nach. So könne es etwa sein, dass man gegen Ende noch einmal "besonders auf ein Thema setzen muss" und dazu beispielsweise "zusätzliche Spots" schalte. Die Opposition hatte im Vorfeld der Wahl eine Beschränkung der Wahlkampfkosten in der Höhe von einer Million Euro gefordert. Eine einheitliche Obergrenze war schließlich nach teils heftigen Debatten und wegen unterschiedlicher Vorstellungen nicht zustande gekommen.

Im Zentrum des Wahlkampf stehe jedenfalls die Bewerbung des "neuen Kandidaten" Mattle. Die ÖVP sehe sich - "nach 14 Jahren Günther Platter" - mit gänzlich anderen Voraussetzungen konfrontiert, hielt Malaun fest. Platter hatte Anfang Juni seinen Rückzug angekündigt und Wirtschaftslandesrat Mattle als seinen Nachfolger für die Wahl und die Parteiobmannschaft in Stellung gebracht. Dieser habe "bei weitem noch nicht die Bekanntheit wie längerdienende Politiker". Ihn bekannt zu machen, hieße auch, seine wichtigen Charakterzüge darzustellen, so Malaun, allen voraus "Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Fleiß, Intelligenz und Vertrauenswürdigkeit".

Es soll ein "ganz auf den Toni zugeschnittener Wahlkampf" werden, so der Parteimanager. Denn die "Leute wählen Persönlichkeiten stärker als Parteien". Mattles Konterfei werde jedenfalls auf den Plakaten zu sehen sein. Es werde zwei Wellen geben. Auf 100 mobilen Großflächen und rund 500 Dreiecksständern im ganzen Bundesland soll für die Schwarzen geworben werden. Ein Motto stünde bis dato noch nicht fest.

Im Wahlkampf wolle man "jedem Tiroler und jeder Tirolerin die Chance geben, den Toni Mattle persönlich zu treffen und kennenzulernen", gab Malaun knapp zwei Monate vor der Wahl die Devise aus. Möglich werden soll dies im Rahmen einer "Tour durch Tirol mit Halten in 42 Regionen". Diese wolle man drei Wochen vor der Wahl starten. Wann und wo der offizielle Wahlkampfauftakt über die Bühne gehen soll, ließ sich Malaun vorerst nicht entlocken, lediglich, dass Anfang September der Startschuss fallen solle und man bei der Inszenierung spare.

Der Bundespartei schien Malaun im Wahlkampf keine allzu prominente Rolle einzuräumen: "Wir setzen in erster Linie auf die Manpower, die wir selbst haben", sagte der Wahlkampfmanager. "Wenn da und dort Unterstützung aus Wien kommt, soll uns das auch Recht sein".

Im Vorfeld werde es selbstverständlich auch Hausbesuche von Kandidatinnen und Kandidaten geben, um "sehr stark in die Breite zu mobilisieren". Dies gehöre - wie auch Online-Wahlkampf auf den gängigen Plattformen Facebook, Instagram, Youtube und TikTok - dazu. Landeshauptmann Platter und Spitzenkandidat Mattle seien bereits jetzt im Rahmen einer "Sommertour" in den Bezirken unterwegs. Die Tour sei jedoch bereits vor der Vorverlegung der Wahl von Frühjahr auf September geplant gewesen, betonte Malaun. Außerdem handle es sich um eine "nach innen gerichtete Tour", bei der es gelte, Mitglieder und Sympathisanten auf die Wahl einzustimmen.

Die Stimmung sei, wie Malaun einräumte, im Moment "nicht prickelnd" - im Wahlkampf gelte es, diese zu "bessern". Eine Umfrage hatte seiner seit Jahrzehnten regierenden Partei erst am Wochenende nur 29,1 Prozent attestiert - das wäre das mit Abstand schlechteste Landtagswahlergebnis in der Geschichte der Tiroler ÖVP. "Natürlich starten wir von diesem niedrigen Niveau", sagte Malaun. Ein Wahlergebnis von 40 Prozent hatte Malaun vergangene Woche gegenüber der APA für "absolut unrealistisch" gehalten. 2018 hatten die Schwarzen noch 44,26 Prozent eingefahren.

Wie viele Prozent seiner Meinung nach "drin" wären, wollte der Parteimanager nicht prognostizieren, nur so viel: "Das ein oder andere Prozent werden wir im Wahlkampf schon gutmachen." Für Malaun, ein enger Vertrauter Platters, wird es der letzte Wahlkampf sein. Nach dem Urnengang verlässt er nach über zehn Jahren die schwarze Parteizentrale. "Es wird ein schwieriger Wahlkampf", sagte der Landesgeschäftsführer, doch könne kein Wahlkampf mit einem anderen und kein Kandidat mit einem anderen verglichen werden.

Quelle: Agenturen