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So funktioniert der Hitzeschutzplan

17. Aug. 2022 · Lesedauer 3 min

In Europa wird es immer heißer. In Deutschland wird daher über ein bundesweites Hitze-Alarmsystem debattiert. In Österreich gibt es den sogenannten "Hitzeschutzplan" bereits seit fünf Jahren. PULS 24 hat sich angesehen, wie genau dieser aussieht und was darin festgeschrieben ist.

Die extrem-heißen Sommertage nehmen zu. Allein in Österreich hat sich die Zahl der Tage über 30 Grad pro Jahr in den vergangenen Jahrzehnten verdoppelt bis verdreifacht. Was früher ein Rekord war, ist heute Durchschnitt. Doch mit der Hitze kommt nicht nur Sonnenschein und Spaß, dahinter steckt auch eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Gesundheit.

Warnung zum Schutz von Risikogruppen

Um Risikogruppen, wie ältere oder kranke Personen, auf die gesundheitliche Belastung durch Hitze vorzubereiten und rechtzeitig zu warnen, hat das Gesundheitsministerium bereits 2017 einen Hitzeschutzplan erstellt. Dieser sieht vor, dass die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) bei bevorstehender Hitzebelastung automatisch Hitzewarnung an die betroffenen Bundesländer, das Gesundheitsministerium und die Apothekerkammer meldet.

Eine solche Warnung wird ausgesendet, wenn eine Hitzewelle auf Österreich zurollt. Von einer Hitzewelle wird gesprochen, wenn die Temperaturen an zumindest drei aufeinanderfolgenden Tagen auf über 30 Grad steigen. Dadurch können Hitzebelastungen entstehen, die sich auf die Gesundheit auswirken und zu einer erhöhten Sterblichkeitsrate führen, etwa durch Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Nieren oder der Atemwege.

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Spezielle Hitzewarnungen in drei Bundesländer

Bei eingegangener Warnung stellt das Gesundheitsministerium der Bevölkerung auf seiner Homepage allgemeine Informationen über das richtige Verhalten bei Hitzebelastung zur Verfügung. Die Länder versorgen bestimmte Einrichtungen wie Altersheime, Krankenhäuser und Kindergärten sowie Einsatzorganisationen mit spezifischen Informationen.

In Wien, Kärnten und der Steiermark werden zusätzlich spezielle Hitzewarnungen ausgesendet. Prinzipiell hätten aber alle Bundesländer Vorkehrungen für die Hitzebelastung getroffen, wie es dazu aus dem Gesundheitsministerium gegenüber PULS 24 heißt.

Hitzetelefon als Prävention

Hitzeschutzplan ist allerdings nicht gleichzusetzen mit Hitzeprävention, betont das Ministerium. Unter der Hitzeprävention werden Maßnahmen verstanden, die getroffen werden, um die Belastung durch die hohen Temperaturen zu verringern. Beispiele hierfür sind etwa Begrünungen und Beschattungen sowie allgemeine Klimaschutzmaßnahmen. Für diese sei das Gesundheitsministerium nicht zuständig, heißt es.

Eine Präventionsmaßnahmen, die sehr wohl aus dem Ministerium heraus eingerichtet wurde, ist das Hitzetelefon. Dieses wird von der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) im Auftrag des Gesundheitsministeriums betrieben und ist im Sommer rund um die Uhr erreichbar. Unter einer kostenlosen Rufnummer geben Fachleute Ratschläge, wie man sich vor der Belastung durch die hohen Temperaturen am besten schützt.

Angela PerkonigQuelle: Agenturen / Redaktion / pea