Sumlenny: Russen "nicht bereit, für eine Niederlage zu sterben"

21. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Der Glaube an Putin würde in Russland immer mehr verloren gehen. Viele Russen seien bereit für den Einsatz in der Ukraine zu sterben, jedoch nicht für eine Niederlage, so der Osteuropaexperte Sergej Sumlenny.

150.000 Soldaten habe Russland für die Invasion der Ukraine zu Jahresbeginn bereit gestellt und jetzt wolle man 300.000 Soldaten mobilisieren. Da würde man sich fragen, was mit den 150.000 Soldaten passiert sei und ob die Verluste des russischen Militärs nicht höher seien als präsentiert, so der Osteuropaexperte Sergej Sumlenny im PULS 24 Interview.

Generell für den Krieg, solange er erfolgreich ist

"Sogar die erzpatriotischen Russen stellen sich jetzt Fragen", sagt der Osteuropaexperte. Viele würden sagen: "Wir sind bereit die Ukraine zu invasieren und die Ukrainer zu töten, aber es muss erfolgreich sein". Die Einstellung vieler Russen sei: "Wir sind nicht bereit, für eine Niederlage zu sterben".

Russen glauben nicht mehr an Putin

Durch seine heutige Rede präsentiere sich Putin vor der Welt als jemand, "der über unendliche Ressourcen verfügt". Dies sei jedoch eine klare Lüge, meint Sumlenny. Keine von Putins Drohungen sei realistisch, weil er "keine Kräfte" dafür habe.

Putin würde auch versuchen, die eigene Bevölkerung zu beruhigen. Viele Russen würden nicht mehr an Putin glauben, und der russische Staatschef versuche jetzt mit seinen Äußerungen die Lage schönzureden.

Einsatz von Atomwaffen "bringt Putin nichts"

"Wenn Wladimir Putin Nuklearwaffen einsetzt, dann macht er es aus Kalkül, weil er glaubt, dass es ihm mehr Profite bringt als Verluste", sagt Sumlenny. Der Einsatz von Atomwaffen in der Ukraine würde Putin aber nichts bringen. Er könne mit einem solchen Einsatz nicht mehr anrichten, wie er bereits mit dem Einsatz von konventionellen Waffen angerichtet hat.

Putin würde mit Atomwaffen drohen, weil er glaubt, dass Atomwaffen für den Westen eine existentielle Bedrohung darstellen und er hofft, dass dieser "einknicken wird", so Sumlenny. Zuvor meinte bereits der ukrainische Journalist Denis Trubetskoy im PULS 24 Interview, dass die Ukrainer von einem russischen Atomwaffen-Einsatz nicht erschüttert würden.

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Dijana DjordjevicQuelle: Redaktion / ddj