Lindner: Blutspendeverbot für Homosexuelle hat mit Realität nichts zu tun

01. Dez 2021 · Lesedauer 2 min

In Österreich werde vom Roten Kreuz beim Blutspenden noch immer abgefragt, ob Homosexuelle innerhalb der vergangenen 12 Monate Sex hatten. Das gehe an der Realität vorbei und würde unnötig diskriminieren, kritisiert SPÖ-Gleichbehandlungssprecher Lindner und fordert vom Gesundheitsminister, dass er - wie bereits versprochen - endlich reagiert.

Man muss vom "Stigmata, das HIV-infizierte Menschen haben, endlich wegkommen", fordert Mario Lindner. Zur Stigmatisierung trage auch das Blutspendeverbot für homosexuelle und bisexuelle Männer bei, das endlich fallen müsse.

Risikoverhalten wichtig, nicht sexuelle Orientierung

Homosexuelle dürfen nur Blut spenden, wenn sie davor 12 Monate keinen Sex gehabt haben. Das hätte mit Lebensrealitäten nichts zu tun. "Wer sagt, dass heterosexuelle Menschen keinen risikohaften Sex haben können?" Es gehe ums Risikoverhalten und nicht um sexuelle Orientierung. Das müsse man endlich einsehen, fordert Lindner. 

De facto gebe es in Österreich eine Viermonats-Regel, die werde jedoch vom Roten Kreuz, das die meisten Blutspendeaktionen durchführt, nicht umgesetzt. Auch Transpersonen seien von der Blutspende ausgeschlossen. Andere Länder wären da weiter - in Deutschland soll das Verbot fallen.

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) habe versprochen, bis Ende des Jahres etwas zu ändern. Lindner hofft, dass er "endlich liefert".

"Lassen Sie ihren HIV-Status überprüfen"

Corona hätte gelehrt, wie wichtig das Testen sei. Das Gleiche gelte auch für HIV. Bei der Aidshilfe Österreich könne man sich zum Beispiel unkompliziert informieren und testen lassen. "Ich bitte wirklich alle Menschen in Österreich, ihren HIV-Status überprüfen zu lassen." Bei Früherkennung einer Infektion sei ein normales Leben möglich.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam