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Selenskyj: Ukraine bereits Teil Europas

20. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat kurz vor der Entscheidung über einen EU-Beitrittskandidatenstatus des Landes bekräftigt, dass die Ukraine seiner Meinung nach bereits zu Europa gehört.

 Das von Russland attackierte Land beweise jeden Tag, dass es schon Teil eines vereinten europäischen Werte-Raums sei, sagte Selenskyj in seiner Videoansprache in der Nacht auf Dienstag. Russland sei sehr nervös wegen der Bestrebungen der Ukraine, der EU beizutreten.

Gegen den Beschuss und "brutale" Angriffe im Osten und Süden der Ukraine könne man nur auf dem Schlachtfeld vorgehen, betonte Selenskyj. Die EU-Kommission hatte am Freitag empfohlen, die Ukraine und Moldau zu Kandidaten für den Beitritt zur Europäischen Union zu ernennen. Die Entscheidung darüber müssen nun die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder bei ihrem Gipfel ab Donnerstag treffen.

Übereinkommen gegen Gewalt an Frauen ratifiziert

Selenskyj dankte dem ukrainischen Parlament, das am Montag die Istanbul-Konvention ratifiziert hatte - ein Übereinkommen des Europarats zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen. "Ich bin allen Volksabgeordneten dankbar, die unsere europäische Integration unterstützt haben", so Selenskyj. Russland und die Ukraine waren ursprünglich beide Mitglieder des Europarats. Am 25. Februar wurde Russlands Mitgliedschaft infolge der Invasion in die Ukraine zunächst suspendiert. Nachdem der Kreml am 15. März den Austritt der Russischen Föderation erklärt hatte, wurde das Land endgültig aus dem Europarat ausgeschlossen.

"Ukrainer konkurrieren mit Millionen Menschen"

Bei der Verteidigung gegen die russischen Invasoren geht es laut Selenskyj auch darum, auf das Leid der Ukrainer aufmerksam zu machen und so internationale Hilfe zu mobilisieren. Doch je länger der Krieg dauere, desto schwieriger werde es, "um die Aufmerksamkeit von Hunderten Millionen Menschen in verschiedenen Ländern zu konkurrieren", fuhr Selenskyj fort. "Aber ich werde alles tun, damit die Aufmerksamkeit für die Ukraine nicht nachlässt."

Quelle: Agenturen