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Russischer Oberst: "Situation für uns wird sich verschlechtern"

17. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Die Situation für Russland im Ukraine-Krieg wird sich laut Oberst Mikhail Chodaryonok "eindeutig verschlechtern". Der Militäranalytiker spricht im russischen Staatsfernsehen Klartext und zeigt sich durchwegs pessimistisch.

"So ungern wir das auch zugeben, aber praktisch die ganze Welt ist gegen uns", räumt Chodaryonok in einer russischen Talkshow des Senders "Rossija 1" ein. Er sei sich sicher, dass sich die Situation für Russland "eindeutig verschlechtern" wird, heißt es dazu in einem Bericht der "Presse".

"Sinn für militärpolitischen Realismus" bewahren

Neben seinen Einschätzungen zum Kriegsverlauf, geht Chodaryonok auch auf militärische Verluste Russlands ein und Europas Waffenhilfe für die Ukraine. Der Militäranalytiker prophezeit, dass Russland "bald mit einer Million bewaffneter ukrainischer Soldaten" konfrontiert sein könnte. Aussagen über eine niedrige Moral in der ukrainischen Armee seien "gelinde gesagt falsch", zitiert ihn die "Presse".

Weiters kritisiert Chodaryonok im russischen Staatsfernsehen offen Wladimir Putins Reaktion auf die NATO-Beitrittsbestrebungen von Finnland und Schweden. "Lassen Sie sich nicht auf das Säbelrasseln mit Raketen in Richtung Finnlands ein", kommentiert er die Vergeltungsdrohungen aus dem Kreml.

Er mahnt dazu den "Sinn für militärpolitischen Realismus" nicht zu verlieren, ansonsten könnten die Konsequenzen daraus "hart zuschlagen".

Ukraine-Angriff kein Blitzkrieg

Chodaryonok ließ schon vor dem Ausbruch des Krieges mit punktgenauen Analysen aufhorchen. In einem Interview mit einer russischen Zeitung sagte er voraus, dass der russische Angriff auf das Nachbarland kein "Blitzkrieg" werden würde. Er warnte, dass zum damaligen Zeitpunkt (3. Februar) ein bewaffneter Angriff Russlands auf die Ukraine nicht im nationalen Interesse gewesen sei.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea