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Medwedew: Finnland und Schweden bei NATO-Beitritt "offiziell Gegner Russlands"

12. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Sollten Schweden und Finnland der NATO beitreten, dann müsse Russland seine Verteidigungspolitik stärken, warnt der ehemalige russische Präsident und jetzige Vizesekretär des russischen Sicherheitsrates Dmitrij Medwedew. Mit einem Beitritt seien die beiden skandinavischen Länder nun "offiziell Gegner Russlands".

Sollten die beiden Länder der NATO beitreten, könne es keine Gespräche mehr über ein "atomfreies Baltikum" geben, meint Medwedew laut einem "Spiegel"-Beitrag. Russland habe bis jetzt solche Maßnahmen nicht angedacht, betont er weiter. Dennoch müsse ein Gleichgewicht erhalten bleiben. "Ein solcher Konflikt birgt stets das Risiko, in einen vollständigen Atomkrieg zu münden", wird Medwedew von der "Welt" zitiert.

"NATO-Länder, die Waffen in die Ukraine pumpen, Truppen für den Einsatz westlicher Ausrüstung ausbilden, Söldner entsenden und die Übungen von Bündnisstaaten in der Nähe unserer Grenzen erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines direkten und offenen Konflikts zwischen der NATO und Russland", heißt es weiter auf Telegram.

Russlands Sicherheit gewährleisten

Eine Ausweitung der NATO sei nicht hilfreich für die Sicherheit in Eurasien, betont auch Kreml-Sprecher Dmitri Peskow laut der russischen Agentur TASS. Alles hänge nun davon ab, wie sich der weitere Prozess der NATO-Erweiterung entwickle und welche militärische Infrastruktur an die Grenzen Russlands verlegt werde, sagte er. Moskau werde die Situation analysieren und die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um Russlands Sicherheit zu gewährleisten.

Ukraine-Krieg löste Beitritts-Debatte aus

Finnland und auch das benachbarte Schweden sind heute bereits enge Partner der NATO, offizielle Mitglieder bisher aber nicht. Russlands Einmarsch in die Ukraine hat jedoch in beiden Ländern eine intensive NATO-Debatte ausgelöst. In der Bevölkerung gab es jeweils einen deutlichen Meinungsumschwung hin zu einem möglichen Beitritt.

Finnin zum NATO-Beitritt: "Haben keine andere Wahl"

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea