APA - Austria Presse Agentur

Rendi-Wagner gibt Kurz Nachhilfe in Leadership

21. Apr 2021 · Lesedauer 2 min

SPÖ-Parteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner und FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl kritisieren im Nationalrat mit deutlichen Worten das Corona-Krisenmanagement der Regierung. Den Rücktritt von Gesundheitsminister Rudolf Anschober lasten sie Bundeskanzler Sebastian Kurz an.

In der Sitzung des Nationalrats am Mittwoch haben die Bundesparteivorsitzende der SPÖ, Pamela Rendi-Wagner, und FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl mit wortgewaltigen Reden auf den Rücktritt von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) reagiert.

"Rudi alleine im Krisenmanagement", so beschreibt Rendi-Wagner die Situation in der sich Anschober kurz vor seinem Rücktritt befunden habe. Anstatt eines Schulterschlusses der Regierungsparteien sei Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) dem Ex-Politiker "in den Rücken gefallen" und habe sein Ressort attackiert während Anschober im Krankenhaus lag.

Kickl stellt Anschober ein desaströses Arbeitszeugnis aus. Der "als Gesundheitsminister maskierte Volksschullehrer" habe "alles falsch gemacht, was man falsch machen kann", meint Kickl. Zum Rücktritt habe die Brutalität und Heimtücke des Koalitionspartners und von Sebastian Kurz im Besonderen geführt. Deshalb seien die Dankesworte von Kurz in der Nationalratssitzung nicht mehr als "Heuchelei".

Sinnbild für Krisenpolitik der Regierung

Der Rücktritt von Anschober legt laut Rendi-Wagner offen, dass der Bundeskanzler und die Regierung die zentrale Steuerung einfach abgegeben hätten. "Die unangenehmen Botschaften sind nicht ihre. Da stellen sie sich ganz weit weg", konstatiert die Vorsitzende der SPÖ.

Das Resultat dieser Politik sei "ein unangenehmer Zustand in dem Österreich seit vielen Monaten verharrt". "Halb Österreich ist zu, Restösterreich ist halboffen, man weiß es nicht so genau", sagt Rendi-Wagner. Das sei sinnbildlich für die Corona-Politik der Bundesregierung. Ohne die verfrühten Öffnungsschritte der Politik "wären wir seit Ostern in Schanigärtern gesessen und würden Bier trinken."

Kickl: Mückstein nur "Dressmann"

Rendi-Wagner gibt dem neuen Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) auch eine zentrale Aufgabe mit auf den Weg. Er solle "ein starkes, glaubwürdiges Zeichen" setzen und allen Impfwilligen einen konkreten Impftermin geben. Dies sei laut Rendi-Wagner der "Schlüssel Richtung Freiheit".

Kickl hingegen denkt, dass der neue Gesundheitsminister "sein Haupt schon unter das Joch der türkisen Corona-Diktatur gebeugt" habe. Das einzig Unkonventionelle an ihm sei bisher sein Schuhwerk gewesen. "Wir hätten einen Statesman gebraucht und einen Dressman bekommen", kritisiert Kickl.

Quelle: Redaktion / apb