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Regierung investiert 13 Millionen Euro in psychosoziale Hilfen für Kinder

18. Feb. 2022 · Lesedauer 3 min

Gesundheits- und Bildungsministerium wollen 13 Millionen Euro in ein Maßnahmenpaket gegen die psychosozialen Folgen der Corona-Krise für Kinder und Jugendliche investieren. Unter dem Namen "Gesund aus der Krise" soll für Betroffene u.a. eine Hotline eingerichtete werde.

Mit dem Projekt "Gesund aus der Krise" soll die psychosoziale Versorgung von Kindern und Jugendlichen ausgebaut werden. Das präsentiert Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) gemeinsam u.a. mit Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) und Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm (ÖVP). Das Projekt soll "über die begrenzten Kapazitäten der Regelversorgung hinaus Unterstützungsmöglichkeiten für junge Menschen bieten", so Gesundheitsminister Mückstein. 

Kanpp 12 Millionen Euro u.a. in Hotline

In das Projekt sollen 12,2 Millionen Euro fließen. Dabei soll es eine Hotline geben, von der aus Betroffene an die zuständigen Beratungsstellen weitergeleitete werden, erklärt Mückstein. Weitere 800.000 Euro sollen Anfang Mai an die Arbeitsgemeinschaft Frauengesundheitszentren gehen, "damit die psychologische und psychotherapeutische Behandlung für Mädchen und junge Frauen verbessert wird", erläuterte Mückstein. Das Geld für diese Angebote wurde bereits im Oktober 2021 von der Bundesregierung beschlossen.

Um die Belastungen der Corona-Pandemie bei den Jüngsten aufzuarbeiten, sollen österreichweit Elterngespräche angeboten werden, genauso wie Einzelberatungen bzw. -behandlungen "Face to Face oder online", so der Gesundheitsminister. Auch Gruppenberatungen werde man anbieten. Durchgeführt soll das Projekt "Gesund aus der Krise" vom Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen sowie vom Österreichischen Bundesverband für Psychotherapie werden. Umgesetzt soll das Ganze bis Ende März werden, so der Plan der Regierung.

Klinische Psychologin: Suizidgedanken treten hauptsächlich im Jugendalter auf

Die klinische Psychologin Karin Lebersorger beklagt, dass die Unterversorgung psychisch erkrankter Kinder in Österreich seit Jahren in allen Bereich besteht. Das Maßnahmen-Paket wäre vor allem deshalb wichtig, weil aktuell lange Wartezeiten für Hilfe bestehen.

"Es brennt an allen Ecken und Enden"

"Die psychische Gesundheit hat auch für mich als Bildungsminister die höchste Priorität", meint auch Polaschek in seinem Statement. Schulpsycholog:innen sollen daher erheben bei welchen Kindern Bedarf besteht und diese an die richtigen Stellen verweisen.

"Es brennt an allen Ecken und Enden", sagt auch Plakolm. Mehr als die Hälfte der jungen Menschen in Österreich kämpft mit depressiven Symptomen, sechs von zehn haben Essstörungen, 47 Prozent leiden unter Schlafstörungen, 16 Prozent haben wiederholt Suizidgedanken. Mit dem Projekt soll der Zugang zu psychotherapeutischer Behandlung erleichtert werden und "an einem Ende zu löschen beginnen", erklärt sie in ihrem Statement.

Die Pandemie und deren Bekämpfung haben zu einer "zusätzlichen Belastung von Kindern und Jugendlichen in einer wichtigen Entwicklungsphase geführt", sagte Mückstein. Man habe deutlich gesehen, dass bestehende Hilfsangebote angesichts dieser Faktoren mehr als nur ausgereizt sind. 

Angela PerkonigQuelle: Agenturen / Redaktion / pea