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Rauch will Expertengremien "straffen"; drohende Abgänge bei GECKO

18. März 2022 · Lesedauer 2 min

Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) sieht es als seine Aufgabe an, die unterschiedlichen Beraterstäbe zu "straffen", wie er in einem Interview sagt. Indes drohen der GECKO offenbar Abgänge mehrere Experten.

Die österreichische Politik tut sich sehr schwer mit den unterschiedlichen Expertengremien, die im Laufe der Corona-Pandemie ins Leben gerufen wurden. Diese würden noch nicht immer gut vernetzt sein und nicht deckungsgleich agieren, meint Gesundheitsminister Rauch im Interview mit der "Kleinen Zeitung". Und er sagt weiter: "Es ist meine Aufgabe, das zu straffen."

Ob es doch noch zu einer Verschärfung der Maßnahmen kommen könnte, ließ Rauch in dem Interview offen. Seine Strategie sei es, noch einmal alle Experten zu befragen, sich die Prognoserechnung anzuschauen und zu prüfen, welche Maßnahme wann greifen würde – und ob man damit die Welle früher knicken kann. 

Die jüngsten Lockerungen bei den Quarantäneregeln und die Einschränkung der Teststrategie auf nur mehr jeweils fünf kostenlose PCR- und Antigen-Tests pro Monat wurde nicht nur von vielen Experten kritisiert. Auch GECKO-Mitglied und Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes Gerry Foitik übte öffentlich Kritik. Die Entscheidung sei rein politisch und nicht mit dem Expertengremium GECKO abgesprochen worden, teilte er öffentlich mit.

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Die Nicht-Beachtung der Experteneinschätzungen, für die GECKO im Dezember offiziell eingerichtet wurde, sorgt offenbar bei mehreren Mitgliedern für Frust. Am Freitag könnte es Abgänge aus dem Gremium geben, wie die "Wiener Zeitung" erfuhr. Mitglieder überlegten im Vorfeld der für Freitagnachmittag angesetzten Sitzung des Beratergremiums ihren Rückzug.

"Der Unmut ist bei manchen in GECKO groß und schließt mit ein, wie es in den letzten Wochen gelaufen ist", sagt auch der Molekularbiologe Andreas Bergthaler, selbst GECKO-Mitglied der "Wiener Zeitung". Das betreffe vor allem "jene Beschlüsse, die die Politik entschieden hat und die in dieser Form nicht mit Gecko abgestimmt wurden". Auch mehrere andere GECKO-Mitglieder hätten der Zeitung dies bestätigt.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos