APA - Austria Presse Agentur

Rasen wird empfindlich teurer

08. Juli 2021 · Lesedauer 2 min

Der Nationalrat hat am Donnerstagabend ein "Raser-Paket" gegen die Stimmen der Freiheitlichen beschlossen. Das Paket bringt deutlich höhere Bußen für starke Geschwindigkeitsübertretungen und geht gezielt gegen Straßenrennen vor. 

Die Strafen bei zu schnellem Fahren werden nach oben gedrückt, von 70 auf 150 Euro bei plus 30 km/h. Die Mindeststrafen bei noch weiter gehenden Vergehen (plus 40 km/h im Ort, 50 km/h Freiland) werden von 150 auf 300 und die Höchststrafen von 2.180 auf 5.000 Euro angehoben.

Führerschein doppelt so lange weg

Zudem wird der Führerschein doppelt so lange entzogen, nämlich einen Monat, bei wiederholtem Fehlverhalten drei Monate. Ab einer Überschreitung von 80 bzw. 90 km/h, was besonders gefährlichen Verhältnissen entspricht, ist die Fahrlizenz ein halbes Jahr weg. Zudem wird der Beobachtungszeitraum hier auf vier Jahre verdoppelt.

Straßenrennen werden ausdrücklich als "besonders gefährliche Verhältnisse" bzw. besondere Rücksichtslosigkeit im Sinne der Verkehrszuverlässigkeit deklariert. Nicht nur die Raser selbst, sondern auch alle, die sie unterstützen, zum Beispiel als Lenker eines anderen Fahrzeuges zum Abschirmen, fallen unter die Regelung und werden gleich sanktioniert. Sechs Monate soll in solch einem Fall der Führerschein weg sein. Spätestens im Wiederholungsfall folgt eine verkehrspsychologische Untersuchung.

Kritik der FPÖ

FP-Verkehrssprecher Gerhard Deimek erregte sich über die aus seiner Sicht viel zu hohen Strafen bei vergleichsweise geringer Geschwindigkeitsüberschreitung und sieht das als Autofahrer-Sekkatur. Er hätte dafür längeren Führerscheinentzug bei noch höheren Übertretungen bzw. Sicherstellungen der Fahrzeuge bei diesen Delikten befürwortet.

Quelle: Agenturen