Hofer: Nehammer "ins Stolpern gekommen"

28. Apr. 2022 · Lesedauer 2 min

Politikberater Thomas Hofer sieht in der Koalition "an allen Ecken und Enden Brösel", aber auch um Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) stehe es nicht allzu gut. "Der Schwung ist weg", attestiert Hofer. Nehammer "muss aufpassen", sonst werde an seinem Sessel gesägt. Eine baldige Rückkehr von Ex-Kanzler Kurz sei trotzdem "völlig unsinnig".

Im Newsroom LIVE ortet Politikberater Thomas Hofer mehrere Konflikte innerhalb der Koalition. Neben der Inflation gebe es hinter den Kulissen Streit um Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne). ÖVP und Wirtschaftsbund hätten wegen des Lobautunnels "gar keine Freude mit ihr." Und auch im U-Ausschuss würden die Grünen gegen den Regierungspartner argumentieren. "Es ist schon so, dass es an allen Ecken und Enden Brösel gibt in der Koalition." Aber weder Grüne noch ÖVP könnten sich Neuwahlen leisten, deshalb würde die Koalition weiterbestehen und die beiden Parteien müssen weiter zusammenarbeiten.

"Gute Chance" für Spitzenkandidatin Gewessler bei nächster Wahl

Gerüchte, dass Leonore Gewessler am Samstag am Parteitag der Grünen zur Spitzenkandidatin werden könnte, glaubt der Politikberater nicht. Er rechnet ihr aber "sehr wohl" gute Chancen als Spitzenkandidatin zur nächsten Wahl aus. Ob Kogler "noch mehrere Jahre an Bord bleibt, ist aus meiner Sicht ungewiss".

Nehammer "ins Stolpern gekommen"

Vor dem ÖVP-Parteitag attestiert Hofer Bundeskanzler Karl Nehammer, dass sein Start im Amt zwar "OK" gewesen sei, jetzt sei er allerdings "ins Stolpern gekommen", er sei "dauernd mit Defensive beschäftigt" und "da kommt er auch so einfach nicht mehr raus". Hofers Urteil: "Der Schwung ist weg." Auch parteiintern müsse dieses Bild korrigiert werden. "Da muss man aufpassen, dass die alte ÖVP nicht durchkommt", sonst käme es wieder zum "Sesselsägen" beim Parteiobmann.

Baldiges Kurz-Comeback "völlig unsinnig"

Bei Ex-Kanzler Sebastian Kurz sei das zwar am Ende nicht anders gewesen, im Gegenteil. In der ÖVP erinnere man sich jedoch an die Zeiten, in denen er "strahlend Wahlsiege eingefahren hat". Es wäre jedoch "völlig unsinnig" zu glauben, dass Kurz vor Klärung aller justiziellen Fragen zurückkommen könne. "Wer soll ihn bitte zum Kanzler machen?", fragt der Politikberater. Falls Kurz Comeback-Pläne habe, wäre es besser, einige Jahre abzuwarten. "Jung genug wäre er."

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam