Politikberater Hofer: "Kickl strahlt nicht über die Parteigrenzen hinaus"

01. Juni 2021 · Lesedauer 2 min

Politikberater Thomas Hofer analysiert den Rücktritt von FPÖ-Obmann Norbert Hofer und die Nachfolgefrage.

Am Dienstagnachmittag ist Norbert Hofer überraschend als FPÖ-Obmann zurückgetretenselbst für die FPÖ. Wohl nicht zuletzt wegen der Auseinandersetzung mit Herbert Kickl, der just zum Zeitpunkt der Rücktrittsverkündung auf der Rax wandern war.

Hofer kennt "seine Partei, er kennt Herbert Kickl" und er wusste, dass sich "die Sticheleien fortsetzen werden" und "er wollte für sich wohl so eine Art Schicksal von Norbert Steger, der da auch scheibchenweise immer wieder demontiert wurde, vermeiden", analysiert Politikberater Thomas Hofer den Rückzug.

Spannend ist für den Politikberater die Frage, welchen "Impact" es auf den "einen mächtigen Mitstreiter von Norbert Hofer, nämlich Manfred Haimbuchner" hat – "der wurde wie auch Kickl vom Rücktritt überrascht".

Kickl oder Haimbuchner

Für Thomas Hofer entscheidet sich die Nachfolger-Wahl zwischen Kickl und Haimbuchner. Letzterer habe darauf "gespitzt, dass er über die Oberösterreich-Wahl drüber kommt", denn dieser würde nicht nach Wien wollen, sondern möchte in Oberösterreich bleiben. Während Haimbuchner nun auf Zeit spielen würde, drückt Kickl auf das Tempo, so Hofer.

Und, "Kickl hat seine Mannen um sich geschart, der hat seine Regimenter aufgestellt und bei Haimbuchner ist jetzt schlicht und ergreifend das Problem: Er selber will nicht kandidieren – nehme ich mal an." Verwundbar wäre laut Hofer aber auch Kickl. "Die Art, wie er es jetzt gemacht hat, gefällt wohl nicht allen in der Partei."

Zielgruppen

Mögliche Wähler kann die FPÖ vor allem in zwei Zielgruppen finden, erklärt der Politikberater: Die, die nach der Spesenaffäre ins Nicht-Wähler-Lager abgewandert sind und die, die ins Kurz-Lager gegangen sind.

"Dass er jetzt groß über die Parteigrenzen hinausstrahlt und Leute einsammelt, das ist Herbert Kickl wohl weniger. Vor allem auch nicht mit dieser Rhetorik, die er jetzt gewählt hat. Er ist in der FPÖ schon seit Haiders Zeiten ein perfekter Stratege gewesen, er hat die Geschicke und die Aufstellung der Partei wesentlich mitbestimmt."

Türkis-blau?

Während mit Kickl als FPÖ-Chef eine Koalition mit der ÖVP vorbei sei, denn "Kickl will die ÖVP nicht und die ÖVP will Kickl nicht", würde dies mit Haimbuchner anders aussehen, zeigt sich Hofer überzeugt. Kickl hingegen "will Kurz wegbringen. Wenn er das schafft, hat er ein echtes Zwischenziel erreicht."

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Quelle: Redaktion / moe