Plaikner: NÖ-Wahl zeigt "schiere Verzweiflung der Bürger"

24. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Bei der Landtagswahl in Niederösterreich zeichnet sich das schlechteste Ergebnis der 2. Republik für ÖVP und SPÖ und das beste für die FPÖ ab. Politberater Peter Plaikner erklärt die Gründe.

"Wir können davon ausgehen, dass die ÖVP das schlechteste Ergebnis ihrer Partei in der 2. Republik einfahren wird und umgekehrt die FPÖ das beste", sagt Politikberater Peter Plaikner im PULS 24 Interview. Man dürfe jedoch nicht vergessen, dass es mittlerweile genüge, 25 Prozent zu  bekommen, "um der Stärkste zu sein". Gleichzeitig werde das Protestwählerpotential auf ein Drittel geschätzt. 

Dass ÖVP-Wähler in Niederösterreich zur FPÖ und nicht zur SPÖ laufen, liege an der Bundespolitik. Die SPÖ habe im Bund ein Führungsproblem (Stichwort: Rendi-Wagner vs. Doskozil). Die ÖVP wiederum helfe der FPÖ, indem sie das Asylthema groß gemacht habe, obwohl die Teuerung die Menschen eigentlich mehr betreffe. 

"Schiere Verzweiflung"

"Was wir jetzt merken, ist die schiere Verzweiflung der Bürgerinnen und Bürger", erklärt Plaikner. Etablierten Parteien wie SPÖ, ÖVP, aber auch die Grünen und den NEOS sei es nicht gelungen, Österreich "aus diesen multiplen Krisen – erst Corona, dann Ukraine - verbunden mit enormer Teuerung - halbwegs unbeschadet herauszuführen. Was wir jetzt erleben ist ganz, ganz stark Protestwählertum".

ÖVP wird besser abschneiden als angenommen

Ob die ÖVP wirklich unter 40 Prozent sinkt, wie manche Umfragen vermuten lassen, bezweifelt der Politikberater. Gerade durch diese extrem schlechten Prognosen würde die Wählerschaft mobilisiert. Plaikner rechnet mit "rund um 40 Prozent", sogar 42 oder 43 könnten möglich sein. Spannend werde, ob es der FPÖ gelingt, auf 25 Prozent zu kommen, denn dann werde es mit einer Türkisen Mehrheit in der Landesregierung eng.

Blau-Rot unwahrscheinlich

Bei der Frage von möglichen Koalitionen entscheiden auch die Bundesparteien mit, so Plaikner, vor allem bei der SPÖ. Dort würde eine Partnerschaft mit der FPÖ auf Landesebene nämlich für schwere Verwerfungen sorgen, "von daher betrachte ich das blau-rote Gespenst, das von der schwarzen Seite derzeit oft an die Wand gemalt wird, schon eher als eine theoretische Möglichkeit".

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam