Kickl-Aussagen erinnern Kaiser an FPÖ bei Spaltung

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Der amtierende Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser würde im Fall von Koalitionsverhandlungen auch mit der FPÖ sprechen, ausschließen will er niemanden. Aber in der Vergangenheit hätte es mit den Blauen wenige thematische Überschneidungen gegeben, sagt der Sozialdemokrat.

In Kärnten geht der Wahlkampf los. Am 5. März wird der Landtag gewählt, der amtierende SPÖ-Landeschef Peter Kaiser strebt 40 Prozent an. Das wäre trotzdem ein Minus von mehr als sieben Prozent. Sein niederösterreichischer Ex-Amtskollege, Franz Schnabl, musste bei einem Minus von drei Prozentpunkten das Feld räumen. Großer Gewinner der niederösterreichischen Landtagswahl im Jänner war die FPÖ, aber das macht Kaiser keine Angst.

FPÖ "wie vor der Spaltung"

Die Rede des FPÖ-Parteiobmanns Herbert Kickl beim Wahlkampf-Auftakt der FPÖ Kärnten erinnert Kaiser an die Zeit vor der Spaltung der lokalen FPÖ. Kickl, der selbst aus Kärnten stammt, gab an, es "Niederösterreich nachmachen" zu wollen und will den "hohen roten Reiter von seinem hohen Ross hinunterholen". Der FPÖ-Chef will "Peter Kaiser den Kopf waschen". 

Kickl für Kaiser "scheinheilig"

Kaiser zeigt sich davon unbeeindruckt. Die Rede habe ihn an "so manche Aussage von Herbert Kickl gegenüber Jörg Haider erinnert", als dieser sich von der FPÖ abspaltete und das BZÖ gründete. Die Aussage sei "wenig schmeichelhaft", findet Kaiser. "Ich habe diese Haider-Nostalgie daher gerade aus Kickls Mund etwas scheinheilig empfunden", so der Landeshauptmann.

Kein Widerspruch

Mit dem Spitzenkandidaten der Kärntner FPÖ, dem Bürgermeister und Nationalrat Erwin Angerer, würde Kaiser aber sprechen. Kaiser sieht darin keinen Widerspruch mit der SPÖ-Parteilinie. "Ich bin gerne bereit, dass wir schauen, wer das bessere Ergebnis hat und daraus auch den Landeshauptmann einen Spruch abzuleiten", sagt Kaiser im Interview.

In der Vergangenheit hätte es aber zwischen SPÖ und FPÖ wenige thematisch Überschneidungen gegeben. 

Waldhäusl-Sager untragbar

Die Aussage des niederösterreichischen Landesrats Goffried Waldhäusl (FPÖ) findet Kaiser untragbar. Wenn diese Art der Position auch in Sondierungsgesprächen bezogen würde, dann würde das zu einem "raschen Ende" dieser führen. Von dem Kärntner Spitzenkandidaten der FPÖ, Erwin Angerer, würde Kaiser demnach eine Distanzierung erwarten. 

ribbon Zusammenfassung
  • Der amtierende Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser würde im Fall von Koalitionsverhandlungen auch mit der FPÖ sprechen, ausschließen würde er niemanden.
  • Aber in der Vergangenheit hätte es mit den Blauen wenige thematische Überschneidungen gegeben, sagt der Sozialdemokrat.