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Papst spricht von einem "dritten Weltkrieg auf Raten"

12. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Papst Franziskus hat am Montag in einem Interview des mexikanisch-US-amerikanischen Medienunternehmens TelevisaUnivision von einem "dritten Weltkrieg auf Raten" gesprochen, der schon "seit Jahren, in Kapiteln, mit Kriegen überall" laufe. Dies berichtete Kathpress am Dienstag.

Demnach dementierte er zudem erneut die seit Juni kursierenden Gerüchte über einen möglichen Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen.

"Wilde Zerstörungskriege" seit Jahren

Seit Jahren gebe es "wilde Zerstörungskriege" wie den in der Ukraine, etwa im Jemen und in Syrien, wird Franziskus zitiert. Die Sache sei, dass der Krieg in der Ukraine uns im Westen näher berühre. Die westliche Welt habe seit den Zeiten des Zweiten Weltkriegs das Bewusstsein des Krieges verloren. Krieg versklave und entmenschliche, soll der Papst zudem gesagt haben. Dennoch stelle die Menschheit weiter Waffen her. Mit Blick auf den russischen Angriff auf die Ukraine erklärte das Kirchenoberhaupt offenbar, es spreche lieber über die Opfer als über die Täter und man wisse bereits, wer all die "schlimmen Dinge" dort tue.

Papst weist Rücktrittsgerüchte zurück

Der Papst nutzte das Interview wohl auch, um erneut Gerüchte über seinen baldigen Rücktritt zurückzuweisen. "Ich habe nicht die Absicht zurückzutreten. Im Moment nein", wird er zitiert. Wenn er aber eines Tages zu viele Schmerzen habe, würde er einen Rücktritt in Erwägung ziehen. In dem Fall wolle er sich am liebsten der Nächstenliebe widmen, Kranke in einer italienischen Pfarre besuchen oder die Beichte hören, so Kathpress. Seine Knieschmerzen hätten sich zuletzt gebessert, doch er fühle sich noch immer geschwächt. Jetzt zurückzutreten sei ihm nicht in den Sinn gekommen.

Bereits im Juni reagierte der Papst auf italienische Medienspekulationen über seinen baldigen Rücktritt. Wegen der anhaltenden Knieprobleme von Franziskus hatten mehrere Journalisten und Vatikan-Kenner vermutet, der 85-Jährige könnte seinen Amtsverzicht vorbereiten. Die Absage einer für Anfang Juli geplanten Afrikareise hatte den Gerüchten neuen Aufschwung gegeben.

Quelle: Agenturen / ddj